"Danke, dass du so ein guter Papa für Märtha und mich warst“, richtete der neue norwegische König Haakon VIII. (53) berührende Worte an seinen Vater König Harald, der Ende August im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Er würdigte den Monarchen als warmherzigen und humorvollen Großvater, als guten Zuhörer, der allen mit Respekt und Großzügigkeit begegnet ist. "Er hat uns in der Familie immer daran erinnert, dass jeder die Dinge auf seine Art machen muss", sagte Haakon, "Jetzt bin ich dran."
Alt for Norge
Der Wahlspruch der norwegischen Krone bedeutet "Alles für Norwegen". Daran hat sich Harald V. orientiert – und diese Tradition wird auch sein Sohn Haakon fortsetzen. Der neue König steht für eine moderne, volksnahe Monarchie, ist ein engagierter Verfechter des Umweltschutzes, setzt sich für die Meere und Ozeane ein und unterstützt den Übergang zu erneuerbaren Energien, er fördert mit einer Stiftung, die er gemeinsam mit seiner Frau Mette-Marit (53) gegründet hat, Projekte für Jugendliche und legt großen Wert auf Respekt, Zivilcourage und Zusammenhalt.
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Beliebter König
Seine Nahbarkeit und seine Bodenständigkeit, aber auch sein Engagement für wichtige Themen wie den Klimaschutz, Chancengleichheit und die Armutsbekämpfung verhelfen König Haakon zu großer Beliebtheit. 80 Prozent der Norweger stehen hinter ihm. Das sind Umfragewerte, von denen sein britischer Amtskollege King Charles nur träumen kann. Er kommt nur auf 68 Prozent Zustimmung bei seinem Volk.
Familiäre Turbulenzen
Das ist bemerkenswert, wenn man sich die Schlagzeilen der vergangenen Monate durchliest. Da wäre zum einen der Skandal um Haakons Stiefsohn Marius Borg Høiby (29), der aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit stammt. Marius wurde im Juni unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung, häuslicher Gewalt und weiterer Delikte schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hat Berufung eingelegt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Borg Høiby befindet sich derzeit mit einer elektronischen Fußfessel in Untersuchungshaft.
Auch Königin Mette-Marit stand in der Kritik, weil sie von 2011 bis 2014 eine freundschaftliche Beziehung mit dem amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gestanden ist. Sie erklärte dazu, er habe sie "manipuliert und getäuscht".
Sorge um Königin Mette-Marit
2018 gab der Hof bekannt, dass Mette-Marit an einer Lungenfibrose erkrankt ist. Vergangenes Jahr verschlechterte sich ihr Zustand und eine Lungentransplantation wurde zum letzten Ausweg. Im Juni erhielt sie nun eine Spenderlunge. Schon bei einem Gottesdienst, der nach dem Tod von König Harald abgehalten wurde, fehlte sie aus gesundheitlichen Gründen. Auch die Teilnahme an der Vereidigung ihres Mannes musste Mette-Marit wegen Komplikationen nach der Transplantation absagen.
Umso wichtiger ist die Rolle von Ingrid Alexandra von Norwegen (22), der neuen Kronprinzessin. Das zeigte sich bei den ersten Terminen ihres Vaters als König: Seine Tochter war stets an seiner Seite und übernahm als Thronfolgerin wichtige Repräsentationsaufgaben. Schon jetzt wird Prinzessin Ingrid Alexandra als "die heimliche Königin" gehandelt. Und zwar mit großem Wohlwollen. Wie ihr Vater gilt sie als bodenständig und nahbar und ist bei der norwegischen Bevölkerung sehr beliebt. Ihr Potenzial hat auch der verstorbene König Harald erkannt und große Hoffnungen in sie gesetzt. Er schwärmte von ihrer liebevollen Art und lobte, wie offen sie auf Menschen zugeht.
Fleißige Studentin
Bis die junge Kronprinzessin sich ganz ihren royalen Aufgaben widmen kann, wird es aber noch dauern. Seit 2025 studiert sie Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt auf Internationalen Beziehungen. Ursprünglich besuchte sie die University of Sydney. Doch schon Ende Juni traf sie die schwere Entscheidung, ihr Studium nach Oslo zu verlegen, um die Familie nach der Lungentransplantation ihrer Mutter zu unterstützen.