Ob beim Online-Shoppen, in der Pension, am Arbeitsplatz oder auf der Straße, viele müssen tiefer in die Tasche greifen. oe24 gibt einen Überblick zu den wichtigsten Änderungen.
Paketknaller: Nationale Steuer plus EU-Gebühr
Wer regelmäßig Pakete bestellt, merkt es bereits seit Oktober: Die nationale Paketsteuer ist da. Große Versandhändler und tausende KMU aus Österreich, die über deren Plattformen verkaufen, müssen seither 2 Euro pro Paket oder Bestellung abführen – inklusive Umsatzsteuer sind das 2,40 Euro. Bezahlen tut es oft der Kunde.
Ab 1. November kommt eine Gebührenlawine aus Brüssel: Die EU-weite "Handling Fee" von 2 Euro pro Artikel wird fällig - allerdings nur für Pakete von außerhalb der EU.
Wichtig für alle Schnäppchenjäger: Diese Gebühr fällt nicht zwingend nur einmal pro Paket an, sondern richtet sich nach der Zusammenstellung der Bestellung. Wer mehrere Waren aus Drittstaaten in einer Bestellung hat, zahlt also unter Umständen mehrfach. Händler werden diese Kosten mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt an die Kunden weitergeben – die Pakete werden also noch teurer.
Auch interessant
E-Card: 26,85 Euro für über zwei Millionen Pensionisten
Eine Hiobsbotschaft erreicht die heimischen Pensionisten. Ab November wird das jährliche E-Card-Service-Entgelt in Höhe von 26,85 Euro erstmals auch für einen Großteil der Senioren fällig. Bisher waren Pensionisten grundsätzlich von dieser Gebühr ausgenommen. Diese Befreiung fällt nun für mehr als zwei Millionen Menschen weg. Der Betrag wird am 15. November direkt von der Pensionsauszahlung einbehalten.
Die Gebühr ist in den vergangenen Jahren bereits massiv gestiegen: 2025 betrug sie noch 13,80 Euro, 2026 waren es 25 Euro – für 2027 werden nun 26,85 Euro fällig. Ausnahmen gelten nur noch für Bezieher einer Ausgleichszulage sowie bestimmte Personen, die aus sozialen Gründen von der Rezeptgebühr befreit sind.
Metaller: 1,9 Prozent mehr Lohn
Gute Nachrichten gibt es zumindest für die Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie. Ab 1. November steigen die Ist-Löhne und -Gehälter um 1,9 Prozent. Die kollektivvertraglichen Mindestentgelte werden um 2,1 Prozent angehoben. Der Abschluss fiel deutlich unter der Inflationsrate aus – die Gewerkschaft sprach von einem "moderaten" Ergebnis, die Arbeitgeber lobten die "Planungssicherheit" in schwierigen Zeiten.
Winterreifenpflicht und neue Spritpreisbremse
Für alle Autofahrer gilt ab 1. November wieder die situative Winterausrüstungspflicht. Das bedeutet: Bei Schnee, Schneematsch oder Eis dürfen Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen nur noch mit Winterreifen unterwegs sein. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 4 Millimeter.
Wer bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen erwischt wird, riskiert eine Verwaltungsstrafe ab etwa 100 Euro. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer liegt das theoretische Strafhöchstmaß bei 10.000 Euro. Der ÖAMTC rät, den Reifenwechsel frühzeitig zu vereinbaren, da die Werkstätten bei einem plötzlichen Kälteeinbruch schnell ausgebucht sind
Autofahrer müssen sich außerdem auf das Ende der Spritpreisbremse einstellen. Die im Oktober eingeführte Maßnahme läuft mit Ende November aus. Ob und wie es danach weitergeht, ist derzeit offen – die Regierung verhandelt noch über eine Verlängerung. Ohne Einigung drohen ab Dezember wieder spürbar höhere Preise an den Tankstellen.