Prozess
Dating-Phantom (18) lockte Männer in Sex-Falle
Die Anklage gegen den rumänischen Zuwanderer lautet auf räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und erpresserischen Menschenraub. Die Serie begann am 9. Mai 2026 in Lichtenberg. Über eine Dating-Plattform verabredete sich der Angeklagte mit den Opfern, berichtet dazu aktuell die B.Z. In den Wohnungen warteten dann die Mittäter: Sie schlugen zu, drohten mit dem Tod, verlangten Bargeld, EC-Karten und PINs. Manche Opfer wurden bis zu zwei Stunden festgehalten, teilweise mit Messern bedroht.
Die Beute der Bande: 1600 Euro Bargeld sowie Handys und andere Gegenstände im Wert von etwa 8000 Euro. Am 5. Juni wurde C. festgenommen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.
Bereits mehrere Raubserien dieser Art
Sein Verteidiger räumte zum Auftakt eine Beteiligung an sechs der sieben Taten ein. "Er war dabei und mit in den Wohnungen." Zu den Einzelheiten wolle sich der Mandant später äußern. Vor einem als Zeugen gehörten Opfer sagte der 18-jährige Rumäne: "Was wir getan haben, tut mir leid."
Ein 25-jähriger Zeuge berichtete, er habe sich mit dem Angeklagten zu sexuellen Handlungen verabredet. Eine halbe Stunde später standen drei Personen in der Wohnung. Weil er zuerst eine falsche PIN nannte, sei er ins Gesicht geschlagen worden. Ein anderer Zeuge sagte: „Ich wurde geschlagen, wenn ich nicht pariert habe.“
Das Verfahren steht nicht isoliert da: Berlin hat in den vergangenen Jahren mehrere Serien erlebt, in denen Männer über Dating-Apps, oft Grindr, in Treppenhäuser oder Wohnungen gelockt, ausgeraubt und gedemütigt wurden. Im Juni 2026 verurteilte das Landgericht Berlin I den 20-jährigen Daniel F. wegen einer ähnlichen Vorgangsweise zu fünf Jahren Haft. Opfer schilderten dort, der Täter habe im Treppenhaus gesagt, er hasse Schwule. Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano fordert, solche Taten als queerfeindliche Gewalt zu erfassen – nicht nur als Alltagsraub.
Vier weitere Verhandlungstage sind bis zum 14. Oktober angesetzt.