Der bekannte Deko-Spezialist Depot, der unter dem Dach der Gries Deco Company firmiert, steht vor einem Scherbenhaufen. Nachdem das Unternehmen bereits im Juli des vergangenen Jahres ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragen musste, haben sich die Hoffnungen auf eine Rettung nun offenbar zerschlagen. Verhandlungen mit potenziellen Investoren, die frisches Kapital in das schwer angeschlagene Unternehmen einbringen sollten, sind nach neuesten Informationen endgültig gescheitert. Damit droht der gesamten Kette mit ihren rund 300 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Liquidation und somit das endgültige Zusperren.
Auch interessant
Für die Kunden und vor allem für die rund 4.400 Beschäftigten ist dies eine Hiobsbotschaft im neuen Jahr. Christian Gries, der Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens, hatte bis zuletzt versucht, das Ruder noch herumzureißen, doch die anhaltende Konsumflaute und die drückende Schuldenlast ließen dem Traditionsbetrieb offenbar keinen Spielraum mehr.
Schwere Krise trifft auch die österreichischen Filialen
Auch in Österreich ist die Sorge unter den Angestellten und Kunden riesengroß. Depot betreibt hierzulande ein dichtes Filialnetz mit zahlreichen Standorten in Einkaufszentren und Top-Lagen, in denen viele Menschen beschäftigt sind. Sollte die Liquidation tatsächlich wie befürchtet vollzogen werden, würden auch in der Alpenrepublik alle Lichter ausgehen.
Brancheninsider zeigen sich von den jüngsten Entwicklungen wenig überrascht, da der Markt für Wohnaccessoires und Dekorationsartikel seit Monaten extrem unter Druck steht. Steigende Mieten in den Innenstädten, hohe Energiekosten und die anhaltende Kaufzurückhaltung der Konsumenten haben Depot schlussendlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Die wichtigsten Fakten zur drohenden Pleite im Überblick:
- Schutzschirmverfahren gescheitert: Das im Sommer eingeleitete Sanierungsverfahren brachte nicht die erhoffte Wende.
- Investorensuche ohne Erfolg: Keine Einigung mit Geldgebern über die künftige Ausrichtung des Deko-Händlers.
- Österreich-Filialen vor dem Aus: Dutzende Standorte in ganz Österreich sind akut von der Schließung bedroht.
- Tausende Mitarbeiter betroffen: Rund 4.400 Beschäftigte bangen um ihre finanzielle Existenz.
Wie geht es nun für die Beschäftigten weiter?
Für die Belegschaft beginnt nun eine Zeit der bitteren Ungewissheit, da der Übergang in ein reguläres Insolvenzverfahren und die anschließende Abwicklung kaum noch abzuwenden sind. Gewerkschaften und Betriebsräte kündigten bereits an, für die Rechte der Arbeitnehmer kämpfen zu wollen, doch die finanzielle Lage des Unternehmens lässt kaum Spielraum für großzügige Sozialpläne.
In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, ob zumindest einzelne, ertragsstarke Filialen durch einen Notverkauf an andere Handelsketten gerettet werden können. Für den Großteil der Filialen und das vertraute Bild in den österreichischen Einkaufsstraßen dürfte das Aus jedoch besiegelt sein, was eine weitere schmerzhafte Lücke im heimischen Einzelhandel hinterlässt. Die kommenden Tage werden zeigen, wie schnell die Abwicklung vonstattengehen wird und ab wann der Totalausverkauf in den Geschäften startet.