Russlands Präsident Wladimir Putin führt den Krieg in der Ukraine fort, während in Atlanta das Treffen der G20-Außenminister stattfindet. Im Vorfeld wurde heftig über ein mögliches Familienfoto diskutiert, was für Außenminister Johann Wadephul zu peinlichen Folgen führte. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag war er gefragt worden, ob er sich mit Sergej Lawrow ablichten lassen würde und welches Signal das in die Welt senden würde. Wadephul hatte daraufhin erklärt, dass bei Arbeitssitzungen Bilder entstünden und er einem Foto nicht fernbleibe, da das Miteinanderreden der Kern von Diplomatie sei. Gleichzeitig betonte er, es gebe keine Normalität zwischen Deutschland und Russland.
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Streit um Gruppenbild
Finanzminister Lars Klingbeil hatte Anfang September beim G20-Finanzministertreffen in Asheville ein Foto mit seinem russischen Amtskollegen Anton Siluanow noch verhindert. Vor dem Treffen in Atlanta diskutierten EU-Vertreter ebenfalls über die Frage des Familienfotos. In der Nacht auf Freitag sickerte aus US-Kreisen durch, dass kein gemeinsames Foto entstehen solle. Am Freitagmorgen folgte schließlich die Kehrtwende von Wadephul, der erklärte, es werde auf jeden Fall kein Foto mit den europäischen Partnern und Herrn Lawrow geben, um keine falschen optischen Signale auszusenden.
Scharfe Kritik
Der frühere EU-Diplomat Klemens Fischer kritisierte gegenüber BILD, dass sich Wadephuls diplomatische Haltung im Tagesrhythmus ändere und es besorgniserregend sei, nicht zu wissen, welche Meinung der Minister am nächsten Tag vertreten werde. Deutschland drängt immer wieder auf Verhandlungen zur Beendigung des Krieges, während Russland auf Provokation setzt. So hatte Lawrow Wadephul bei einem Treffen in New York im September ein 21-seitiges Propaganda-Pamphlet auf den Platz gelegt und danach gespottet, das Treffen sei überflüssig gewesen.