Dick Brave, das fiktive kanadische Alter-Ego von Schmusepopper Sasha, feiert nach 12 Jahren Pause sein Comeback und liefert am 2.September in Wien unter dem Motto "Back for Good" die Hits von Taylor Swift, George Michael oder Depeche Mode im Rockabilly-Sound. Im oe24-Interview spricht Brave über sein wildes Leben, die Pause, die Liebe und seine Freundschaft zu Andreas Gabalier.
Was darf man vom Wien-Konzert am 2.September erwarten?
Das wird eine richtig schöne Rock 'n' Roll-Party! Wir haben gerade unfassbar viel Spaß auf der Open-Air-Tour und freuen uns darauf, endlich mit dem österreichischen Publikum gemeinsam zu feiern. Und dann noch Arena Open Air, darauf freuen wir uns ganz besonders!
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Was macht Dick Brave so besonders?
Die Frage müsst ihr eigentlich dem Publikum stellen. Aber ich glaube, Dick Brave steht vor allem für Lebensfreude, Charme und dafür, die Dinge nicht immer ganz so ernst zu nehmen. Und für diese ganz besondere Energie, die entsteht, wenn die Band auf der Bühne zusammenkommt. Für ein paar Stunden darf alles ein bisschen leichter, lauter und ausgelassener sein. Und wenn am Ende eines Konzerts alle mit einem Lächeln nach Hause gehen, dann ist eigentlich alles gesagt.
Was macht Dick Brave was Sasha nicht macht?
Dick Brave ist lauter, wilder und wahrscheinlich auch ein bisschen unvernünftiger. Er turnt auf dem Klavier herum, wirft sich voll in den Moment und darf einfach ein bisschen mehr übertreiben. Sasha dagegen ist vielleicht etwas geerdeter. Das Schöne ist: Beides hat seinen Platz. Aber wenn es um eine richtig große Rock 'n' Roll-Party geht, hat Dick Brave ziemlich sicher die die Nase vorn.
Von Taylor Swift bis George Michael? Ist ihnen denn gar nichts heilig 😊 Oder gibt’s einen Künstler, den Sie nie covern würden?
Eigentlich ist gerade das der Reiz. Ich schaue nicht so sehr darauf, aus welchem Genre ein Song kommt, sondern ob wir daraus etwas Eigenes machen können. Wenn ein Song im Dick Brave-Sound funktioniert, darf er eigentlich aus jeder Ecke kommen.
Manche Titel funktionieren sofort, bei anderen denkt man zunächst: Das kann niemals klappen. Genau diese Songs sind oft die spannendsten. Entscheidend ist aber immer der Respekt vor dem Original. Wenn es nicht passt, bleibt ein Song liegen.
Was war der Grund für die lange Pause und für das Comeback 2025?
Ich habe viele Dinge ausprobiert, um herauszufinden, was mich außerhalb der Musik glücklich machen könnte. Am Ende habe ich festgestellt, dass mich nichts so sehr erfüllt wie die Musik. Die Bühne und das Publikum sind schwer zu ersetzen. Nach einer so langen Pause merkt man erst, wie sehr einem dieses direkte Feedback und diese Energie gefehlt haben. It’s good to be back!
Was haben Sie in der langen Zeit dazwischen gemacht?
Ich war unter anderem Stuntman in einer Motorrad-Show und habe als Cowboy auf einer Farm gearbeitet. Das war aufregend, ging am Ende aber ziemlich schief. Letztlich habe ich festgestellt, ich lebe für die Musik – und genau deshalb bin ich wieder zurück.
Wie sieht es eigentlich mit der Liebe für Dick Brave aus?
Bei so viel Rock 'n' Roll und Tourleben bleibt wenig Zeit für die Liebe. Und mein Herz gehört ja hauptsächlich den Fans. Wobei mir zugegebenermaßen auffällt, dass meine neue Managerin Gretchen Humperdinck und ich neuerdings erstaunlich viele Gründe finden, abseits des Tourlebens viel Zeit miteinander zu verbringen.
Der Song Contest könnte ein bisschen mehr Rock 'n' Roll vertragen!
Kanada tritt 2027 beim Song Contest an. Würde das Dick Brave reizen?
Ich sag‘ mal so: Ich würde definitiv nicht nein sagen. Der Song Contest könnte ein bisschen mehr Rock 'n' Roll schließlich ganz gut vertragen.
Sie haben auch auf der Hochzeit von P!nk gespielt. Wie kam es denn dazu?
Das war eine dieser Geschichten, die man nicht planen kann und im Nachgang ziemlich verrückt klingen: Wir haben damals in Luxemburg vor P!nk gespielt, und offenbar hat ihr und ihrem Mann gefallen, was sie da gehört und gesehen haben. Ein paar Monate später kam der Anruf – und wenn P!nk fragt, ob man auf ihrer Hochzeit spielen möchte, gibt es eigentlich nur eine vernünftige Antwort: JA, JA und JA!
Gabalier? Immer herzliche Begegnungen!
Sie spielten auch schon mehrmals mit Andreas Gabalier. Was verbindet sie?
Ganz klar die Liebe zum Rock 'n' Roll. Die Begegnungen mit Andreas waren immer sehr herzlich. Er bringt unglaublich viel Energie mit auf die Bühne, und genau diese Begeisterung für Live-Musik ist auch etwas, das uns verbindet.
Im November kommt auch ein Weihnachts-Album. Was macht die Weihnachtssong so besonders?
Wenn es nach Dick Brave geht, darf Weihnachten ruhig ein bisschen lauter werden. Weihnachten und Rock 'n' Roll gehören für mich sowieso zusammen, man denke an Elvis und die alten amerikanischen Christmas-Songs – darin steckt musikalisch sehr viel von der Welt, aus der Dick Brave kommt. Deshalb war ein Weihnachtsalbum eigentlich längst überfällig.
Denken Sie an ein Weihnachts-Konzert in Österreich?
Warum nicht? Wir sind sehr gerne in Österreich und ich kann mir gut vorstellen, dass die Weihnachtssongs live hier bei euch großen Spaß machen würden. Mal sehen, was sich ergibt.
Ihre Österreich-Erinnerungen?
Durchwegs sehr schöne, auf- und abseits der Bühne. Ich war über die Jahre immer wieder in Österreich und wurde hier wirklich toll aufgenommen. Gerade an die Konzerte und die Stimmung beim Publikum erinnere ich mich sehr gerne. Und auch Urlaub machen lässt es sich gut hier.
Sind Sie nun „Back for Good” oder könnte es wieder eine längere Auszeit geben?
Das Comeback war ziemlich überwältigend. Nach zwölf Jahren weiß man schließlich nicht, ob die Leute sagen: "Endlich ist er wieder da!" oder eher: "Ach, den gibt’s auch noch?" Dass die Club-Tour im Frühjahr direkt ausverkauft war und die Menschen die alten Songs kennen und die neuen feiern, ist etwas ganz Besonderes. Deshalb ist Dick Brave gekommen, um zu bleiben.