Rivalität
Djokovic-Doku sorgt für Fragezeichen – warum fehlt Federer?
Djokovic ist mit 24 Grand-Slam-Titeln der Rekord-Sieger im Herren-Tennis und hat die Tennisgeschichte wie kaum ein anderer geprägt. Eineinhalb Stunden lang geht es nun um seine Kindheit in Serbien, seine Familie, seine Opfer und seinen unbändigen Willen, selbst mit 39 Jahren noch auf höchstem Niveau zu spielen.
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Gedreht wurde der Film von Jason Hehir, dem Regisseur von "The Last Dance", der Dokumentation über Michael Jordan und seine Zeit bei den Chicago Bulls. Sein Ansatz: keine weitere Aufarbeitung der legendären "Big Three", sondern ein möglichst tiefer Blick in Djokovics Kopf.
Nadal spricht – Federer schweigt
Und trotzdem fällt Federers Abwesenheit auf. Schließlich lieferten sich die beiden 50 Duelle, 27 davon gewann Djokovic. Noch größer war seine Rivalität mit Rafael Nadal: 60-mal standen sich die beiden gegenüber, 31 Siege gingen an den Serben.
Während der Schweizer komplett fehlt, ist Nadal zumindest kurz zu sehen. Der Spanier beschreibt, wie brutal schwierig es gewesen sei, Djokovic in Bestform zu bezwingen. Man habe selbst auf seinem absoluten Topniveau spielen müssen, um überhaupt eine Chance zu haben – und manchmal habe selbst das nicht gereicht.
Warum Federer nicht dabei ist, bleibt dagegen völlig offen. Eine offizielle Erklärung gibt es nicht. Serbische Medien bringen zwar Federers zahlreiche geschäftliche und werbliche Verpflichtungen als mögliche Erklärung ins Spiel. Bestätigt ist allerdings nicht einmal, dass der Schweizer überhaupt für ein Interview angefragt wurde. Klar ist deshalb: Von einer Absage Federers kann keine Rede sein.
Bei Federer waren sie alle dabei
Hehir wollte offenbar bewusst einen anderen Film machen. Statt die Geschichte der "Big Three" noch einmal zu erzählen, konzentriert er sich auf Djokovic als Menschen: Auf seine Mentalität, seine Familie, seine Motivation und seinen Umgang mit Kritik und Zweifeln.
Das macht die fehlenden Stimmen von Federer und Nadal umso auffälliger. Schließlich waren die beiden jahrelang die wichtigsten Gegenspieler in Djokovics Karriere. Zum Vergleich: In Federers eigener Doku über die letzten zwölf Tage seiner Karriere kamen Djokovic und Nadal zu Wort. Auch Nadals Netflix-Film setzte stark auf die legendären Duelle mit seinen beiden Rivalen.