Wo sonst Eisläufer ihre Runden drehen und Eishockeyspieler trainieren, herrscht seit mehr als sieben Monaten Stillstand. Die EisStadthalle im 15. Bezirk ist seit 3. März geschlossen. Was ursprünglich nur eine vorübergehende Sperre für den Eurovision Song Contest sein sollte, zieht sich mittlerweile über Monate. Wann und ob die traditionsreiche Sportstätte wieder öffnet, ist unklar. Jetzt erhöht die ÖVP den Druck auf Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ).
Alte Kühlanlage sorgt für Probleme
Eigentlich hätte die Halle C der Wiener Stadthalle bereits am 26. Mai wieder öffnen sollen. Doch daraus wurde nichts. Grund ist die rund 70 Jahre alte Ammoniak-Kühlanlage, die laut der zuständigen Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft (WSB) nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Aus Sicherheitsgründen wurde eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Schon die Entfernung des Ammoniaks verzögerte sich.
Ursprünglich sollten die Arbeiten bis Mitte Juli abgeschlossen sein, später war von Ende August die Rede. Mitte September hieß es aus dem Büro von Stadtrat Hacker schließlich, dass die technische Überprüfung noch zwei bis drei Monate dauern könnte. Ob eine Sanierung möglich ist und wie viel sie kosten würde, ist weiterhin offen.
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ÖVP stellt 18 Fragen an Hacker
Die Volkspartei will die monatelangen Verzögerungen nun nicht länger hinnehmen. In einer schriftlichen Anfrage richtet Gemeinderätin Sabine Keri insgesamt 18 Fragen an Hacker. Die ÖVP verlangt Auskunft darüber, wann die Untersuchungen beauftragt wurden, welche technischen Mängel festgestellt wurden und welche Kosten bisher entstanden sind. Auch die Vorbereitungen für den Song Contest stehen im Fokus. So soll geklärt werden, ob es damals zu einem Austritt von Ammoniak kam und ob der Stadt bereits vor der Übergabe der Halle bekannt war, dass die Kühlanlage sanierungsbedürftig sein könnte.
Vor allem will die ÖVP wissen, ob die EisStadthalle modernisiert wird oder sogar vor dem endgültigen Aus steht. "Seit Monaten hören wir immer neue Zeitangaben, aber bis heute gibt es weder einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung, geschweige denn ein klares Bekenntnis zum Erhalt der EisStadthalle", kritisiert ÖVP-Sportsprecherin Kasia Greco.
Mehr als 4.000 Unterschriften für Erhalt
Für die betroffenen Vereine, Schulen und Familien steht einiges auf dem Spiel. Rund 100.000 Menschen nutzten die ganzjährig geöffnete Eisfläche jährlich, darunter etwa 27.000 Kindergarten- und Schulkinder. Gerade im Westen Wiens fehlt eine vergleichbare Alternative. "Diese Hängepartie ist eine Zumutung für Sportvereine, Schulen und die vielen Familien in unserem Bezirk", betont ÖVP-Bezirksparteiobmann Felix Ofner.
Auch unter den Eissportbegeisterten wächst der Widerstand gegen eine mögliche Schließung. Die Petition "Rettet die EisStadthalle!" hat mittlerweile mehr als 4.000 Unterschriften gesammelt. Die Unterstützer fordern ein umfassendes Sanierungs- und Modernisierungskonzept sowie die notwendigen finanziellen Mittel, damit die traditionsreiche Sportstätte langfristig erhalten bleibt.