Fischig und alt
Ekel-Alarm bei Sushi-Boxen to go: Sieben von zehn Proben fallen durch!
Der Appetit auf die beliebten Reis-Röllchen dürfte vielen Konsumenten nach diesem Test gründlich vergehen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat zehn Sushi-Boxen zum Mitnehmen – sogenanntes Sushi to go – mikrobiologisch und sensorisch im Labor untersuchen lassen. Die eingekauften Boxen stammten von verschiedenen Anbietern aus Linz und Pasching und enthielten entweder reine Nigiri-Sushi oder bunte Kombinationen aus Nigiri, Maki und California Rolls. Das ernüchternde Fazit der Experten: Nur magere drei Produkte wurden im Test als völlig einwandfrei bewertet. Die restlichen sieben Proben erhielten das unrühmliche Testurteil "wertgemindert".
Unter den getesteten Produkten konnten sich lediglich zwei Anbieter als Spitzenreiter behaupten und die volle Punktzahl einfahren. Sie überzeugten die Prüfer sowohl im Labor als auch beim Geschmackstest:
- Eat Happy: Setzte sich an die Spitze und bot makellose Qualität.
- Taste Kitchen: Überzeugte die Tester ebenfalls auf ganzer Linie als Testsieger.
Ein drittes Produkt überstand zwar die mikrobiologische Untersuchung ohne Makel, enttäuschte dann jedoch bei der Verkostung. Die Experten bemängelten hier die sensorische Qualität, da der Lachs alt und fischig roch.
Keim-Belastung: Grenzwerte im Labor überschritten
Da für Sushi roher Fisch verwendet wird, ist das Produkt extrem leicht verderblich und stellt höchste Anforderungen an die Küchenhygiene. Zur Bewertung der Keimbelastung orientiert sich das Labor an den strengen Richt- und Warnwerten der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). Bei sechs der zehn Proben wurden im Labor Richtwertüberscheidungen festgestellt. Die mikrobiologisch relevanten Parameter betrafen unter anderem:
- Enterobakterien: Weisen auf Hygienemängel hin.
- Gesamtkeimzahl: Gibt Aufschluss über das Alter und die Lagerung des Produkts.
- Hefen: Können bei falscher Lagerung rasch ansteigen.
Besonders unappetitlich: Bei einem Sushi-Set stellten die Labormitarbeiter sogar eine Warnwertüberschreitung an Enterobakterien fest. Dies wird von Experten als schwerer mikrobiologischer Mangel eingestuft und deutet auf erhebliche Schwachstellen in der Hygiene bei der Herstellung hin. Immerhin gab es auch eine gute Nachricht: Krankmachende Keime oder gefährliche Parasiten wie Fadenwürmer wurden in keiner einzigen Sushi-Box nachgewiesen.
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Sensorischer Reinfall: Fischig und alt statt frisch
Für die Kunden ist nicht nur die Hygiene im Hintergrund wichtig, sondern vor allem das Geschmackserlebnis. Frisches Sushi zeichnet sich durch das perfekte Zusammenspiel von süß-säuerlichem Reis und butterweichem, frischem Fisch aus. Doch davon war bei den meisten Testkandidaten wenig zu spüren. Bei gleich sieben wertgeminderten Produkten gab es erhebliche Abzüge in der B-Note.
Bei drei Boxen stellten die Verkoster leichte sensorische Mängel fest. Bei zwei Sets stimmte das Zusammenspiel von Lachs und Reis geschmacklich und geruchlich nicht ganz, bei einer weiteren Probe war der Lachs von schmieriger Konsistenz. Bei vier Produkten gingen die Mängel weit über Kleinigkeiten hinaus: Hier roch und schmeckte der Lachs extrem alt und fischig – ein absolutes No-Go für ein frisches Fischprodukt.
Teures Sushi schützt nicht vor Mängeln
Wer glaubt, dass man für mehr Geld auch automatisch bessere Qualität geliefert bekommt, der irrt im aktuellen Test gewaltig. Die Preise der getesteten Sets lagen zwischen 2,56 und 6,17 Euro pro 100 Gramm. Doch ein Zusammenhang zwischen Preis und Qualität ließ sich in der Tabelle der Ergebnisse beim besten Willen nicht ablesen. Auch teure Sushi-Sets wiesen im Labor eklatante Hygienemängel auf und fielen geschmacklich durch. Wer auf Nummer sicher gehen will, verlässt sich also besser auf die geprüften Testsieger und verzehrt die sensible Ware immer so schnell wie möglich.