Extremes Jahr

El Niño: Das Klimaphänomen erklärt

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Experten warnen vor extremen Wetterfolgen wie Dürren und Überschwemmungen, die zu Ernteausfällen führen. Was dahintersteckt.
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El Niño ist derzeit in aller Munde. Vor allem seit ORF-Meteorologe Markus Wadsak gewarnt hat, dass sich ein "Super-El-Niño" aufbaut, der alles sprengen könnte, was wir bisher gesehen haben, spricht das ganze Land über die drohende Katastrophe.

Was ist El Niño?

Seinem Namen verdankt das Klimaphänomen dem spanischen Wort für Kind bzw. das Jesuskind. Er leitet sich vom Zeitpunkt des Auftretens, nämlich rund um das Weihnachtsfest, ab. El Niño ist die Bezeichnung für ein natürliches Klimaphänomen, das nicht zyklisch auftritt. Durchschnittlich kehrt es alle vier Jahre wieder - meist liegen zwei bis sieben Jahren dazwischen. Bei einer El-Niño-Wetterlage schwächen sich die Passatwinde, die normalerweise kühleres Wasser aus den Tiefen des Ozeans auftreiben, ab.

Fische bleiben aus

Dadurch erwärmt sich das Oberflächenwasser vor der Küste, und die oberste Wasserschicht wird nicht mehr mit kühlem, nährstoffreicherem Tiefenwasser durchmischt. Plankton stirbt ab und zieht einen Zusammenbruch der Nahrungskette nach sich. Das fällt den peruanischen Fischern dann rund um Weihnachten auf, wenn die Fischschwärme ausbleiben.

Durch die großen Mengen verdunstenden Wassers kommt es zu sehr starken Regenfällen an der Westseite der Anden. Die Folgen sind Hangrutschungen und Überschwemmungen. Neben Südamerika trifft der Starkregen auch den Nordwesten der USA und Teile Ostafrikas.

In Australien, Südostasien, dem südlichen Afrika und dem Amazonasgebiet zeigt sich das Klimaphänomen hingegen durch Dürre und Hitze.

Indirekte Auswirkungen auf Europa

In unseren Breitengraden ist von El Niño wenig zu spüren. Tendenziell kann es zu milderen, niederschlagsreichen Wintern führen. In tieferen Regionen Österreichs ist eher mit Regen als mit Schnee zu rechnen. Die indirekten Auswirkungen auf Europa fallen hingegen stärker aus: El Niño bringt Dürre und Überschwemmungen mit sich, die zu Ernteausfällen führen. Das hat bei uns Preissteigerungen zur Folge, etwa auf Kaffee und Getreide.