Festspiel-Premiere
Elfriede Jelinek lässt in Salzburg die Sau raus
Die neue Buhlschaft (Roxane Duran), ein nackter "Jedermann" Phillipp Hochmair sowie Jubel für Asmik Grigorian ("Carmen") und Cecilia Bartolli ("Il viaggio a Reims"). Die Salzburger Festspiele liefern heuer so viele Hits nie. Jetzt kommt das absolute Highlight! Am Sonntag 16. August steigt auf der Perner-Insel in Hallein die Uraufführung von "Unter Tieren", dem neuen Stück von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Und das nicht nur mit den Topstars Mavie Hörbiger und Caroline Peters in tragenden Rollen, sondern mit besonderer Brisanz.
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Jelinek widmet sich auf den 224 Buchseiten nämlich dem Kapitalismus und der Korruption in Österreich. Und da bekommen René Benko und Konsorten ihr Fett weg, und zwar wenn Tiere über sie und ihren Umgang mit Geld reden: Tauben, Schweine, Affen, Hasen mischen alle mit und stellen sich die Frage, wie komisch sind die Menschen und ihr Wirtschaftssystem?
Von der Bibel bis zu René Benko wird dabei nichts ausgelassen. Es geht um unstillbare Raffgier, geheuchelte Systemkritik und um unverschämte, skrupellose Korruption. Dabei kommen unter der Regie von Nicolas Stemann auch Sprüche wie „"Tod und Geld, das sind Geschwister - und die haben Arschgesichter!", Musikeinlagen sowie zahlreiche Tiermasken zum Einsatz. Dazu wurde auch eine Einladung an auch an Techmilliardär Peter Thiel ausgesprochen, der bei den Wiener Festwochen nach Kritik wieder ausgeladen wurde. "Geplant ist eine Zuschaltung von Peter Thiel. Ob und inwieweit das klappt, ist offen."