Ehrengrab

Emotionaler Abschied von Valie Export

© APA/GEORG HOCHMUTH
Kaup-Hasler trug Würdigung der Nobelpreisträgerin vor: "Und jetzt ist sie weg, doch wir werden nie wieder an ihr vorbeikommen"
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Die am 14. Mai verstorbene Performanceikone VALIE EXPORT hat am Dienstagnachmittag ihre letzte Ruhestätte in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Zentralfriedhof gefunden. Im Rahmen der Trauerfeier verlas Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) einen eigens für diesen Anlass geschriebenen Text von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Anschließend wurde die Künstlerin neben dem Maler Herbert Brandl beigesetzt.

Valie Export © APA/GEORG HOCHMUTH

Würdigung von Kaup-Hasler

In ihrer Rede erinnerte Kaup-Hasler an "eine provokante, kluge und unverwechselbare Künstlerin - eine Stimme, die unbequem war und genau deshalb so notwendig". Die Stadträtin würdigte die 85-jährig Verstorbene als mutige und kompromisslose Vorreiterin, die stets bereit war, gesellschaftliche Konventionen herauszufordern. "Ihr Werk hat uns stets schärfer sehen lassen und eröffnet weiterhin Räume für die so wichtigen Debatten und Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft." Bevor Kaup-Hasler Jelineks Würdigung vortrug, zitierte sie einen Satz von Alexander Kluge anlässlich des Begräbnisses von Heiner Müller: "Es ist ein Irrtum, dass die Toten tot sind."

Nicht zu übersehen

Veronica Kaup-Hasler © APA/GEORG HOCHMUTH

Mit Elfriede Jelineks Text reichte schließlich eine Ikone der anderen zum Abschied die rhetorische Hand: "Valie hat sich genommen, was sie gebraucht hat, und letztlich haben wir dann sie gebraucht. Und dann war sie da, wie niemand sonst war sie dort angekommen, wohin sie gewollt hatte, unumgehbar, unumkehrbar. Eine Kunstgeschichte ohne sie kann es nicht geben. Man konnte nicht mehr einfach an ihr vorübergehen, sie und ihre Kunst waren buchstäblich nicht zu übersehen. Und jetzt ist sie weg, doch wir werden nie wieder an ihr vorbeikommen."