Teuerung
Erreichen die Spritpreise bald drei Euro?
Dienstagmittag erreichte der Dieselpreis 2,30 Euro, wie "ORF Steiermark" berichtet. Eine Trendwende ist nicht in Sicht – eine Einschätzung, die auch Jürgen Roth, Obmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer, teilt.
Der Experte sagt gegenüber "ORF Steiermark", dass er noch vor Wochen "die drei Euro auf keinen Fall" gesehen hätte – aus heutiger Sicht aber "kann man das wahrscheinlich gar nicht mehr ausschließen."
Außerdem habe die österreichische Bundesregierung noch einige zusätzliche Maßnahmen speziell ab 2027 vorgesehen, "die auch die Steuerbelastung noch einmal anheben werden", so Roth.
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Keine Gewinne für den Energiehandel?
Der Energiehandel profitiere von diesen Rekordpreisen keineswegs, sagt Roth. Dessen größtes Interesse wäre es, dass "unser Produkt günstiger wäre". Die Marge bleibe immer die gleiche. "Das ist ein Centbetrag im einstelligen Bereich, der pro Liter immer der gleiche ist, egal ob er 2,20 Euro kostet oder 1,50 Euro", so der Obmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer gegenüber "ORF Steiermark".
Das größte Ziel des Energiehandels wäre es, "wenn die Preise international – auch unsere Einkaufspreise – wieder sinken würden. Wir würden die sofort an die Kunden weitergeben."
Profiteure sitzen in anderen Bereichen
Die wahren Gewinner der Krise verortet Uni-Graz-Volkswirt Jörn Kleinert an anderer Stelle. Laut seiner Einschätzung seien es die "Produzenten, die noch etwas verkaufen können. Gerade jene in den nicht-Krisenregionen und die Verarbeiter, die es weiterverkaufen können".
In diese Richtung würde auch der Vorschlag des Finanzministers gehen, so Kleinert. Nämlich: "Auf europäischer Ebene eine Übergewinnsteuer anzustreben und zu sehen, dass man das zumindest wieder für die Staaten nutzbar macht, wenn man es schon nicht dem Konsumenten zurückgeben wird", so der Wissenschaftler laut "ORF Steiermark".
Keine Entlastung zum Heizsaison-Start
Bei Treibstoffen und Heizöl sei kurzfristig keine Entspannung zu erwarten; erst ein Ende der internationalen Konflikte könnte die Kosten rasch senken. Kleinert blickt skeptisch in die Zukunft: Die Preise würden schon noch steigen, denn jetzt beginnt erst die Heizsaison und man habe bis jetzt keine Hinweis darauf, dass die Konflikte sich entschärfen würden.