"Gerhard Zeiler ist eine große, seltene Chance - nicht nur für die SPÖ", so SPÖ-Grande Franz Voves über den internationalen Medienmanager. Voves war knapp zehn Jahre SPÖ-Landeshauptmann der Steiermark. Auch Burgenlands Ex-SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl zeigt sich im oe24.TV-Interview über Zeilers Kandidatur nicht abgeneigt. Der Medienmanager will bekanntlich den SPÖ-Vorsitz von Andreas Babler übernehmen.
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Voves äußerte sich im Interview mit der "Kleinen Zeitung" mehr als positiv über Zeiler. Er sei "glaubwürdig, auch weil er sich - so wie ich - als Arbeiterkind mit eigener Leistung in viel Eigenverantwortung hinaufgearbeitet hat". Er sei auch "authentisch geblieben" und "nicht abgehoben". Seine Karriere ringe ihm "höchsten Respekt ab", so der frühere Landeshauptmann.
Was Zeiler zum SPÖ-Vorsitz befähige? "Ein Vogel mit nur einem Flügel stürzt ab. Für eine erfolgreiche SPÖ war immer wichtig, dass es eine Persönlichkeit gab, die den linken und rechten Flügel politisch und inhaltlich vereinen konnte", so Voves, der auf einen ähnlichen Kommentar von Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas verwies.
Und auch Burgenlands Ex-Landeshauptmann Hans Niessl zeigt sich zumindest nicht abgeneigt von Zeilers Vorstoß. "Innerhalb der SPÖ, denke ich, ist eine Persönlichkeit notwendig, die ganz einfach wieder das Miteinander in den Vordergrund stellt und wo sich der Mittelstand auch wiederfindet und wo sich die Wirtschaft wiederfindet", so Niessl im oe24.TV-Interview. Und: "Ein Spitzenmanager hat natürlich in Wirtschaftsfragen eine hohe Kompetenz".
Generell hielt Niessl fest: "Da muss man sich Gedanken machen, was ist zu tun, damit die SPÖ auf Bundesebene wieder mehr Gewicht bekommt. Denn circa 15 Prozent zu haben, Tendenz fallend, ist natürlich eine bedrohliche Situation." Die Diskussion müsse aber noch "viel umfassender" sein. Die Partei müsse sich "inhaltlich neu orientieren" und vor allem den Mittelstand wieder verstärkt ansprechen.
Angesprochen auf Zeilers angespanntes Verhältnis zu Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil meinte Niessl: "Ich finde, dass es gut und richtig ist, dass es ein Treffen zwischen einem sehr erfolgreichen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und einem erfolgreichen Manager Gerhard Zeiler gibt. Und wenn sich zwei sehr erfolgreiche Persönlichkeiten treffen, dann glaube ich, dass sie ein vernünftiges Gespräch führen und dass sie auch ein kluges Ergebnis haben. Und von dem Gespräch erwarte ich mir persönlich sehr, sehr viel."
Ambrozy: "Zeiler ist ein fähiger Mann"
Mit Peter Ambrozy traut auch ein ehemaliger Kärntner Landeshauptmann Zeiler den SPÖ-Vorsitz zu. "Gerhard Zeiler ist ein fähiger Mann, nicht nur weil er im ORF war, sondern weil er sich im internationalen Mediengeschäft durchgesetzt hat", so Ambrozy in der "Kleinen Zeitung". Er warnt aber zugleich: "Wenn sich das Klima in der Partei nicht ändert, bringt es auch nichts, dass wir nun eine neue Person in diese Position bringen."
Zurückhaltender zeigt sich derzeit noch SPÖ-Urgestein Josef Cap über Zeilers Kandidatur. Gegenüber oe24 erklärt der frühere rote Klubobmann: "Er muss erst zeigen, was er programmatisch, thematisch und personell besser machen würde."
Viele weitere SPÖ-Granden - sowohl aktive als auch ehemalige Politikerinnen und Politiker - wollten sich auf oe24-Anfrage nicht äußern. Ein klares Bekenntnis zu Babler klingt jedenfalls anders.
Babler selbst sieht übrigens bisher nur "Gerüchte", "dass sich jemand als möglicher Kandidat ins Spiel bringen mag". Zeiler hat seine Ambitionen allerdings bereits offiziell bestätigt...