Frachtlieferungen
Liefert SpaceX jetzt per Express aus dem All?
Die neue, unbemannte Kapsel wurde an Bord einer Falcon-9-Rakete vom Launch Complex 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida in den niedrigen Erdorbit (LEO) transportiert. Der Start wurde live auf der Plattform X übertragen. Von dort aus soll die Kapsel gezielt zurück zur Erde geleitet werden.
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Für Weltraumbegeisterte in aller Welt bot die außergewöhnliche, flache Form der Kapsel ein faszinierendes Bild. Starfall misst drei Meter im Durchmesser, ist 75 Zentimeter hoch und bringt ein Leergewicht von 2,1 Tonnen auf die Waage. Beladen werden kann sie mit bis zu einer Tonne Fracht, die im Inneren durch Gasdruck geschützt wird. Während die obere Struktur aus Aluminium mit einer speziellen Thermalschutz-Beschichtung besteht, sorgt eine Kohlefaser-Bodenplatte für den nötigen Hitzeschutz beim Wiedereintritt.
Steuerung ohne eigenen Antrieb
Eine Besonderheit von Starfall ist das Fehlen eines eigenen Hauptantriebs. Zur Lageregelung greift das System lediglich auf kaltes Stickstoffgas zurück. Da aus den Anträgen bei der US-Flugsicherheitsbehörde FAA nicht exakt hervorging, wie der Wiedereintritt gesteuert wird, liegt die Vermutung nahe, dass für diesen ersten Demo-Flug die zweite Raketenstufe der Falcon 9 die Kapsel auf den Rückweg schickte. Ein Fallschirmsystem bremst die Kapsel schlussendlich vor der Wasserlandung ab.
Revolution für das Militär
SpaceX plant mit dem Projekt primär zwei Anwendungsbereiche. Zum einen soll Starfall Fracht extrem schnell und punktgenau rund dem Globus ausliefern können. Da die Kapseln theoretisch über längere Zeit im Orbit verbleiben können, lässt sich militärische Ausrüstung auf Abruf lagern und genau dort abwerfen, wo sie in Kriegsgebieten akut benötigt wird – sie fällt dann im wahrsten Sinne des Wortes vom Himmel.
Medikamente aus dem Weltall
Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Produktion im Weltall. In der Schwerelosigkeit (Mikrogravitation) lassen sich bestimmte Proteinkristalle und Medikamente deutlich präziser herstellen als auf der Erde. Bisher war dafür eine ganze Raumstation nötig, doch Starfall soll solche Prozesse im kleineren Stil direkt in der Kapsel ermöglichen und die wertvollen Erzeugnisse anschließend zur Erde zurückbringen.
Konkurrenz im Orbit schläft nicht
Ganz neu ist dieser Ansatz allerdings nicht. Das US-Unternehmen Varda Space hat bereits fünf seiner kleineren Kapseln erfolgreich zur Erde zurückgebracht – eine davon lagerte im Auftrag der US Air Force acht Wochen im All, eine weitere kehrte im Mai nach einem ganzen Jahr im Orbit zurück. Für den ersten Test von Starfall wurde nun ein suborbitaler Flug durchgeführt. Ob die Kapsel sofort landet oder länger im All bleibt, ist noch unklar. Die geplante Landung erfolgt rund 1.300 Kilometer vor der US-amerikanischen Westküste im Pazifik, wo SpaceX die Bergung einleitet.