Couture
"Es fühlt sich nicht wie ein Film an": Angelina Jolie über ihr persönlichstes Projekt
Für Angelina Jolie ist ihr neuer Film Couture weit mehr als nur eine weitere Rolle. Die Oscar-Preisträgerin sprach jetzt bei einem besonderen Abend im New Yorker Atelier Jolie über ihre persönliche Verbindung zu dem Film. Gemeinsam mit Regisseurin Alice Winocour und weiteren Gästen lud Jolie am 15. Juni zu einem Dinner mit anschließender Gesprächsrunde ein. Im Mittelpunkt standen die Stärke von Krebsüberlebenden sowie die Bedeutung von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung. Im Rahmen der Veranstaltung sprach Jolie auch mit dem Magazin People darüber, warum Couture sie so tief berührt.
Die Geschichte berührt ihr eigenes Leben
Jolies Mutter Marcheline Bertrand starb 2007 an Eierstock- und Brustkrebs. Jahre später machte die Schauspielerin selbst öffentlich, dass sie Trägerin einer BRCA1-Genmutation ist, die ihr Risiko für Brustkrebs stark erhöhte. Daraufhin entschied sie sich für eine präventive doppelte Mastektomie. Kein Wunder also, dass Couture bei ihr einen Nerv getroffen hat. Besonders die zentrale Botschaft des Films habe sie angesprochen. Es gehe darum, wie Menschen mit Krisen umgehen und wie wichtig Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung dabei seien.
Ein Film über Frauen, Hoffnung und Zusammenhalt
Im Mittelpunkt stehen mehrere Frauen aus unterschiedlichen Lebenswelten, deren Geschichten miteinander verwoben sind. Für Jolie liegt genau darin die Stärke des Films. Gegenüber People erklärte sie, dass Couture "ein wunderschön geschriebenes Werk über Frauen aus verschiedenen Ländern" sei. Besonders die Botschaft des Films habe sie angesprochen: "Wir fühlen uns weniger allein, wenn wir Herausforderungen gemeinsam bewältigen und füreinander da sind". Statt sich ausschließlich auf Krankheit oder Leid zu konzentrieren, erzählt Couture von Freundschaft, Empathie und davon, wie Menschen trotz schwieriger Situationen wieder zueinander finden können.
"Lebe dein Leben"
Besonders berührt hat Jolie die Haltung ihrer Filmfigur Maxine. "Es geht nicht um ihr Ende, sondern um ihren neu entfachten Wunsch, das Leben bis zum letzten Atemzug zu genießen", sagte sie über die Rolle. Genau diese Botschaft habe für sie aktuell eine besondere Bedeutung. "Lebe dein Leben", das sei letztlich die zentrale Aussage, die sie aus dem Film mitnimmt.
So verletzlich wie lange nicht
Heute kann Jolie offen über diese Themen sprechen. Vor einigen Jahren wäre das nach eigener Aussage noch anders gewesen. Sie sei sich nicht sicher, ob sie vor fünf Jahren stark genug gewesen wäre, eine so verletzliche Rolle anzunehmen. "Offen und vertrauensvoll zu sein und mich wieder mitzuteilen", beschreibt sie als etwas, das sie erst wieder lernen musste. Die Erinnerung an ihre Mutter war immer dabei. Während der Dreharbeiten trug Jolie eine Halskette ihrer verstorbenen Mutter bei sich. Bei der Premiere des Films erzählte sie, dass sich Couture für sie kaum wie ein klassischer Film angefühlt habe. "Es fühlte sich so privat an, dass es wahrscheinlich der einzige Film ist, der sich nicht wie ein Film anfühlt", sagte sie.
Wer sich selbst ein Bild von dem Drama machen möchte, muss sich noch etwas gedulden. Couture ist zwar bereits Mitte Februar in den französischen Kinos gestartet - für Österreich steht jedoch noch kein offizieller Release-Termin fest.