Nutztierhaltung
EU: Änderungen in der Nutztierhaltung geplant
Geplant sind unter anderem der schrittweise Ausstieg aus der Käfighaltung und ein Ende der Tötung männlicher Küken. Die internationale Tierschutzorganisation Animal Equality begrüßt die Ankündigung – mahnt jedoch zur Vorsicht. Denn ähnliche Versprechen gab es bereits vor Jahren.
Schon 2021 hatte die EU-Kommission nach der erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative "End the Cage Age", die von 1,4 Millionen Menschen unterstützt wurde, zugesagt, die Käfighaltung zu beenden. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag hätte 2023 vorgelegt werden sollen. Bis heute ist das nicht geschehen. Wegen dieser Verzögerung wurde die Kommission sogar vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Ein Urteil steht noch aus.
Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland, sagt:
"Die Veröffentlichung der Nutztierstrategie ist ein wichtiges Signal. Jetzt kommt es darauf an, dass die Kommission konsequente Gesetzesvorschläge ohne Verzögerungen vorlegt – damit Käfighaltung und die Tötung männlicher Küken endlich der Vergangenheit angehören."
Nach den Plänen der EU-Kommission soll bereits 2026 das Tierschutzrecht für Legehennen und Masthühner überarbeitet werden. Vorgesehen sind der schrittweise Ausstieg aus der Käfighaltung, neue Tierschutzindikatoren zur Messung des tatsächlichen Tierwohls in den Betrieben, Maßnahmen zur Beendigung des systematischen Tötens männlicher Küken mithilfe der Geschlechtsbestimmung im Ei sowie gleichwertige Tierschutzstandards für importierte Produkte.
Für 2027 kündigt die Kommission einen eigenen Gesetzesvorschlag für die Schweinehaltung an. Kastenstände sollen schrittweise durch Laufstallsysteme ersetzt werden. Auch hier sind Tierschutzindikatoren und gleiche Anforderungen für importierte Produkte vorgesehen.
Darüber hinaus plant die EU-Kommission Änderungen bei der Kennzeichnung von Eiern. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig erkennen können, ob bei der Produktion auf das Töten männlicher Küken verzichtet wurde. Außerdem sollen die Vorschriften für den Transport und Export sogenannter Schlachttiere überarbeitet werden.
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Die Veröffentlichung der Strategie fällt in die irische EU-Ratspräsidentschaft. Irland hat den Tierschutz zu einer Priorität erklärt. Bereits am 13. Juli wollen die EU-Landwirtschaftsministerinnen und -minister die Strategie im Rat für Landwirtschaft und Fischerei beraten.
Animal Equality betont jedoch, dass die Strategie zunächst nur ein politischer Fahrplan ist. Entscheidend sei nun, dass daraus verbindliche Gesetze entstehen. Die Organisation fordert einen klaren Zeitplan für den Ausstieg aus der Käfighaltung, ein dauerhaftes Ende der Tötung männlicher Küken, keine Ausnahmeregelungen oder Schlupflöcher sowie Gesetze auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, damit sich der Tierschutz für Millionen landwirtschaftlich genutzter Tiere tatsächlich verbessert.