Darf ein vegetarischer Burger Veggie-Burger heißen? Ein Schnitzel aus Tofu Tofu-Schnitzel? Für das EU-Parlament ist es mittlerweile fast schon Routine, über diese drängenden Fragen unserer Zeit zu diskutieren.
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Das Thema war auch am Mittwoch im Agrarausschuss des EU-Parlaments wieder auf der Tagesordnung. oe24 hörte sich bei den österreichischen Vertretern im Ausschuss um, wie sie die Debatte sehen:
FPÖ-EU-Abgeordneter Gerald Hauser sagt gegenüber oe24: "Während die EU Europas Wirtschaft vollkommen ruiniert und unsere Bauern mit Bürokratie und Billigimporten in den Abgrund treibt, beschäftigen sich die Globalisten wieder einmal mit Veggie-Burgern. Eine vollkommen falsche Prioritätensetzung!" Die Position der FPÖ sei aber dennoch klar: "Fake-Produkte müssen auch als solche bezeichnet werden. Pflanzliche Industrieprodukte und Laborfleisch dürfen sich nicht mit Begriffen wie Fleisch, Schnitzel oder Wurst schmücken und dadurch den Eindruck erwecken, sie wären mit hochwertigen tierischen Lebensmitteln gleichzusetzen." Heimische Bauern, die hochwertiges Fleisch produzieren, müssten vor der Vereinnahmung durch die "Fake-Food-Industrie" geschützt werden, so Hauser.
ÖVP-EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber erklärt: "Unsere Position ist unverändert und sie ist nicht neu: Erst im Vorjahr wurde hier beschlossen, was jetzt auch halten soll. Klar muss sein: Wo Rindfleisch draufsteht, muss auch Rindfleisch drin sein. ‚Veganes Rindfleisch' oder ‚Veggie Chicken Nuggets' sind irreführend und gehören nicht auf die Verpackung." Bei Burger oder Schnitzel brauche es aber Hausverstand. Diese Begriffe "beschreiben Form und Zubereitung". Somit sei auch kein pauschales Verbot notwendig.
Grünen-EU-Delegationsleiter Thomas Waitz sagt: "Regelmäßig grüßt das Murmeltier, denn die Europäische Volkspartei und ihre rechten Freunderl verkaufen unsere Bürger*innen abermals für dumm. Schon wieder versuchen sie Begriffe wie "Veggie Burger" zu verbieten." Für Waitz sei klar, dass Bürgerinnen und Bürger sinnerfassend lesen können und den Unterschied zwischen Fleisch und vegetarischer Kennzeichnung verstehen. Sie "brauchen keine ÖVP, die ihnen vorschreibt, was sie zu essen haben.", so der Grünen-Abgeordnete. Und: "Es braucht keine Symbolpolitik oder Belehrungen der Volkspartei. In Zeiten von Dürreschäden und Ernteausfällen sollten sie sich lieber mit echten Krisenmaßnahmen für die heimische Landwirtschaft befassen."