Skifahren wird in Österreich immer teurer – und das verändert die Zusammensetzung der Wintersportler. Während große Premium-Skigebiete von internationalen Gästen profitieren, geraten kleinere und günstigere Skigebiete zunehmend unter Druck. Vielen könnte in den kommenden Jahren das Aus drohen. Davor warnt Skitourismusexperte Günther Aigner im Gespräch mit dem ORF.
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Die Preise für Skitageskarten sind in Österreich innerhalb der vergangenen zehn Jahre um rund 44 Prozent stärker gestiegen als der Verbraucherpreisindex. Von leeren Pisten könne deshalb allerdings keine Rede sein. Vielmehr tausche sich das Publikum zunehmend aus. Aigner vergleicht diese Entwicklung mit dem Münchner Oktoberfest: Einheimische, die sich die hohen Preise nicht mehr leisten wollen oder können, werden durch zahlungskräftige Besucher aus aller Welt ersetzt.
Besonders große Skigebiete profitieren vom internationalen Wettbewerb. Selbst Tageskarten um mehr als 80 Euro erscheinen ausländischen Gästen vergleichsweise günstig. In den USA kostet ein reguläres Tagesticket im Skiort Vail in der Hauptsaison beispielsweise 374 Dollar, umgerechnet rund 333 Euro.
Kleine Skigebiete drohen zu verschwinden
Ganz anders ist die Situation für kleinere und mittelgroße Skigebiete. Sie können kaum von der internationalen Nachfrage profitieren. Gleichzeitig fehlen ihnen häufig die finanziellen Mittel, um in moderne Liftanlagen, Beschneiung und die Qualität ihrer Pisten zu investieren.
Aigners Prognose fällt entsprechend düster aus: "Der Markt belohnt Qualitätsführerschaft und bestraft die kleinen Skigebiete." Da die Zahl der einheimischen Skifahrer in den kommenden fünf bis zehn Jahren voraussichtlich stagnieren werde, könnte vielen günstigeren Wintersportangeboten die Nachfrage wegbrechen. "Weil wir nicht mehr hinfahren", beschreibt der Experte das Problem.
Auch die Ticketpreise dürften weiter steigen. Hohe Energie- und Investitionskosten sowie der Klimawandel machen zusätzliche Beschneiung notwendig. Laut Tourismusforscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck haben sich die Skipreise bereits deutlich von der allgemeinen Inflation entkoppelt. Weitere Erhöhungen seien wahrscheinlich.
Zusätzlich verändert das sogenannte Dynamic Pricing den Markt. Dabei werden Ticketpreise abhängig von Nachfrage, Buchungszeitpunkt und Wetter laufend angepasst. Frühbucher können zwar sparen, im Durchschnitt sollen die Betreiber damit aber höhere Einnahmen erzielen.
Für den österreichischen Skitourismus zeichnet sich damit eine Entwicklung ab: Während große, international bekannte Destinationen ihre Position stärken, könnten gerade jene kleinen Skigebiete verschwinden, die für viele heimische Familien bislang einen leistbaren Einstieg in den Wintersport ermöglicht haben.