Todesfalle Nest

Extreme Hitze wird zur Gefahr für Vogel-Nachwuchs

© Tierschutz austria
Die anhaltende Hitzewelle wird für Mauersegler-Küken zur tödlichen Gefahr: Unter Hausdächern steigen die Temperaturen auf über 50 Grad. Viele Jungvögel springen deshalb aus dem Nest und haben am Boden kaum Überlebenschancen.
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Bereits vor dem Höhepunkt der anhaltenden Hitzewelle fordert diese in der Tierwelt Todesopfer. Besonders betroffen: Mauerseglerküken. Ihre Nester bauen die Vögel bevorzugt unter Hausdächern. Dort staut sich jedoch die Hitze massiv, die Temperaturen steigen unaufhaltsam. Für die noch nicht flugfähigen Jungvögel wird das Nest so zur tödlichen Hitzefalle.

Bei Temperaturen von weit über 50 Grad stehen die Tiere vor einer grausamen Entscheidung: "Entweder sie bleiben im Nest und drohen bei der Hitze zu verenden oder sie springen in die Tiefe, obwohl sie noch gar nicht fliegen können", erklärt Stephan Scheidel, Tierheimleiter vom Tierschutzhaus.

Überleben die Jungvögel den Sturz, sind sie am Boden schutzlos. Katzen und Krähen machen ihnen zusätzlich zu schaffen, ebenso die extreme Hitze. Heuer stürzten die ersten Mauersegler bereits Ende Juni ab, rund einen Monat früher als üblich. Für Wildtiere hat die zunehmende Hitzebelastung immer häufiger tödliche Folgen. Die Klimakrise wird damit auch in der Tierwelt deutlich sichtbar.

Besonders groß ist die Sorge beim Wiener Tierschutz Austria mit Blick auf das kommende Wochenende. Bei bis zu 40 Grad warnt man vor einer weiteren Eskalation: "Wir befürchten, dass noch deutlich mehr Jungvögel aus ihren überhitzten Nestern springen werden. Je heißer es unter den Dächern wird, desto größer der Überlebensdruck", so Scheidel.

So kann geholfen werden

Mauersegler-Hitzetod © Tierschutz austria

"Ein Mauersegler am Boden ist immer ein Notfall. Die Tiere brauchen sofort Hilfe und müssen in eine Wildtierstation, etwa nach Vösendorf, oder zu einem Tierarzt gebracht werden", so Scheidel.

Auch andere Wildtiere leiden massiv unter der Hitze. Der Wiener Tierschutzverein/Tierschutz Austria empfiehlt daher flache Wasserschalen aufzustellen, das Wasser täglich zu wechseln und Steine oder Äste hineinzulegen, damit Insekten nicht ertrinken.

Jetzt helfen

Mauersegler-Hitzetod © Tierschutz austria

Verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere können rund um die Uhr über den Tiernotruf des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria unter +43 1 699 2480 gemeldet werden.

Freiwillige für "Team Tierschutz" werden laufend gesucht, um den Transport der Tiere zu übernehmen: https://www.tierschutz-austria.at/teamtierschutz/

Die Aufzucht eines Mauerseglers kostet rund 70 Euro und ist nur dank Spenden möglich: https://www.tierschutz-austria.at/wildtiere-in-not/