Aufstand

FIFA-Krieg: So soll Infantino gestürzt werden

© APA/AFP/MANAN VATSYAYANA
Immer mehr Verbände lassen Gianni Infantino fallen. Jetzt läuft die Suche nach einem Gegenkandidaten – und die Zeit für einen Machtwechsel wird knapp.
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Der Druck auf Gianni Infantino wächst. Nach England, Wales, Frankreich, Serbien und Österreich hat nun ausgerechnet der Schweizerische Fußballverband seine Unterstützung für eine weitere Amtszeit des FIFA-Präsidenten zurückgezogen. Infantino will trotzdem bei der Wahl am 18. März 2027 in Rabat erneut antreten.

Seine Gegner arbeiten deshalb längst an einer Alternative. Die UEFA sucht einen Gegenkandidaten – und dafür bleiben nur noch wenige Wochen.

8. Oktober: Europa berät in Berlin

Der nächste wichtige Termin steigt bereits kommende Woche. Am 8. und 9. Oktober treffen sich in Berlin die Präsidenten und Generalsekretäre der 55 UEFA-Mitgliedsverbände.

Dabei soll auch das weitere Vorgehen in der FIFA-Frage beraten werden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte für die Treffen bereits "weitere Wegmarken" an.

Nach internationalen Medienberichten besteht das erste Ziel darin, Infantino doch noch zu einem Verzicht auf seine Kandidatur zu bewegen. Gleichzeitig erhöht die UEFA den juristischen Druck und versucht in den USA, an Unterlagen für eine mögliche Strafanzeige in der Schweiz zu kommen.

Infantino zeigt bislang allerdings keine Anzeichen für einen Rückzug.

Montagliani rückt in den Fokus

Tritt Infantino an, braucht die Opposition einen Herausforderer.

Als möglicher Kandidat gilt Victor Montagliani. Der Kanadier ist Präsident des nord- und mittelamerikanischen Verbandes CONCACAF und gleichzeitig FIFA-Vizepräsident. Eine Kandidatur hat Montagliani bislang nicht erklärt.

UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister bestätigte lediglich, dass intensiv nach einem "glaubwürdigen" Herausforderer gesucht werde. Dieser müsse nicht aus Europa kommen und sollte Unterstützung weit über den Kontinent hinaus gewinnen können.

Auch Arsène Wenger wird inzwischen öffentlich als möglicher Kandidat ins Spiel gebracht. Der frühere Arsenal-Trainer arbeitet als FIFA-Direktor für globale Fußballentwicklung, hat selbst aber keine Kandidatur angekündigt.

15. Oktober: Nächster Showdown

Nur eine Woche nach dem UEFA-Treffen folgt der nächste wichtige Termin. Am 15. Oktober tagt der FIFA-Rat in Zürich.

Infantino will dort eine unabhängige Überprüfung der FIFA-Governance zur Diskussion stellen. Mehrere Council-Mitglieder fordern allerdings, dass dabei auch der gescheiterte Investorenplan FIFA Forward Enterprise und die umstrittene Balogun-Entscheidung untersucht werden.

Gleichzeitig geht es um viel Geld. UEFA und CONCACAF fordern höhere Ausschüttungen aus den FIFA-Reserven an die 211 Mitgliedsverbände. Bis zum Council-Treffen sollen dazu erste Empfehlungen vorliegen.

Damit wird auch um jene Verbände gerungen, deren Stimmen bei der Präsidentenwahl entscheidend sind.

Der Fahrplan zum Machtwechsel

8./9. OktoberUEFA-Treffen in Berlin: Die 55 europäischen Verbände beraten das weitere Vorgehen.
15. OktoberFIFA-Rat in Zürich: Governance-Überprüfung und höhere Ausschüttungen an die Verbände werden zum Thema.
18. NovemberKandidatenfrist: Bis dahin muss ein Herausforderer für Infantino nominiert sein.
Bis März 2027 Stimmen sammeln: Infantinos Gegner brauchen Unterstützung außerhalb Europas – besonders in Afrika, Asien und Amerika.
18. März 2027FIFA-Wahl in Rabat: Die 211 Mitgliedsverbände entscheiden über den Präsidenten.

Bis 18. November muss ein Gegner her

Viel Zeit bleibt Infantinos Gegnern nicht. Am 18. November endet die Frist für Kandidaturen zur FIFA-Wahl.

Bis dahin muss ein Herausforderer gefunden werden. Danach wartet die schwierigste Aufgabe: genügend Unterstützung außerhalb Europas zu organisieren.

Denn Infantino besitzt weiterhin starken Rückhalt, unter anderem in Afrika und Südamerika. Ein Gegenkandidat müsste deshalb weit mehr als nur die europäischen Verbände hinter sich bringen.

Am 18. März 2027 fällt beim FIFA-Kongress in Rabat die Entscheidung.

Die nächsten Wochen werden damit entscheidend: Europa muss sich auf eine Linie einigen, ein Herausforderer muss gefunden werden – und dieser anschließend auch außerhalb der UEFA Stimmen für einen Machtwechsel sammeln.