Midsummer Nightmare
Fiktives Dorf erfindet "echte" Story neu
Ein fiktives österreichisches Dorf lädt zum Sommertheater - und erzählt dabei jedes Jahr dieselbe tödliche Geschichte neu: Heuer erstmals auf österreichischem Englisch, um auch das internationale Publikum anzusprechen. "Die Geschichte ist in unserer Gegend schon alt. Wie viele Geschichten vom Lande beginnt sie mit einem Jäger, einem Wald und einem sehr schönen Tier. Leider ist der Jäger tot. Und jeder erinnert sich ganz anders an die Umstände seines Todes. Jede Version ist absolut überzeugend. Jemand muss entscheiden, welche Bestand hat", ist der Volkskundemuseum-Website zu entnehmen.
Die Show führt das Publikum durch mehrere Stationen im Freien. Jede Szene zeigt eine andere Sicht auf den rätselhaften Tod - mal lustig, mal schräg, mal unheimlich. Mit einfachen Requisiten und kabarettistischen Liedern wird sichtbar gemacht, wie Gerüchte wachsen, wie Angst Geschichten verbiegt und wie aus Erzählungen irgendwann "Wahrheit" wird. Eine satirische Reise durch ein Dorf, das sich seine Vergangenheit so zurechtlegt, wie es gerade passt.
Die Aufführung orientiert sich in ihrer Struktur am japanischen Filmklassiker "Rashomon" aus dem Jahr 1950 und entsteht gemeinsam mit dem Volkskundemuseum Wien. Sie ist Teil eines mehrjährigen Projekts, das sich mit der Frage beschäftigt, wie Menschen Wahrheit formen – oder erfinden. "Midsummer Nightmare" läuft von 23. bis 28. Juni im Otto Wagner Areal.