Sensation-Team

Football-Knall: Traditionsteam kommt in die AFLE

© hannes jirgal
Im Rahmen der AFLE-Honor Night wurde der Football-Hammer verkündet, der für ein kleines Beben in Europa sorgt. Die Vienna Vikings erhalten damit nächstes Jahr einen brisanten neuen Gegner.
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Die ELF ist mittlerweile seit einem Jahr Geschichte. Einige Teams gründeten die EFA, die Traditions-Franchises Vienna Vikings, Rhein Fire, Berlin Thunder und Wroclaw Panthers entschieden sich für einen sicheren Weg mit einer Liga, die durch US-Investoren (Joel Nagel) abgesichert ist. Der Streit der beiden zieht sich seit über einem Jahr und derzeit ist kein Ende in Sicht, obwohl sogar Vikings-Owner Robin Lumsden versucht, die Wogen zu glätten.

Doch die EFA-Teams - angeführt von München-Boss Thomas Kroehne - bleiben stur und wollen sich auf eigene Faust durchboxen. Beim Finale in der Vorwoche in Innsbruck kamen gerade einmal 4.000 Fans ins Stadion. Die Stimmung in der AFLE, wo am Sonntag das Finale in Duisburg steigt und weitaus mehr Zuschauer erwartet werden, ist hingegen blendend.

Bereits am Freitag kündigte Liga-Präsident und Ex-NFL-Coach Jim Tomsula an, dass "die Zeit des Redens" vorbei ist und man nun Taten sprechen lassen will. Die erste Bombe ließ man am Samstag im Rahmen der Honors Night in Duisburg platzen. Nächstes Jahr wird mit den Warsaw Eagles ein absolutes Spitzenteam auf die große Football-Bühne Europas kommen.

Größtes Team des Landes

Der polnische Hauptstadtverein ist in Wahrheit das größte Team des Landes mit den meisten Fans, in Österreich mit den Vikings zu vergleichen. Die Panthers, die am Sonntag im Endspiel stehen, wuchsen mithilfe eines starken Mannes im Hintergrund zuletzt zusehend. Doch ob sie in der AFLE nach dem Einstieg ihrer Landsmänner bleiben, ist derzeit ungewiss. Ein polnisches Derby würde allerdings in Football-Europa ein absolutes Highlight sein.

Vor einer kleinen Medienrunde sprachen die AFLE-Bosse rund um Investor Joel Nagel, Präsident Tomsula, COO Moritz Heisler Klartext. "Das erste Jahr war hart, aber wir sind auf dem richtigen Weg", ist Tomsula überzeugt. Sogar einige bisher nicht bekannt gewordene Planungs-Probleme sprach man offen an. Obwohl nicht alles so goldig glänzte, wie die Gold-Bowl-Trophäe, war die Stimmung gut.

In der AFLE blickt man guter Dinge in die Zukunft und ist darum bemüht, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Aufnahme der Eagles soll nur der Anfang gewesen sein. "Wir haben mehr Anfragen zum Einstieg in die Liga, als wir annehmen können", gibt Heisler einen Einblick. Und Geldgeber Nagel, der die beiden deutschen Teams Rhein Fire und Berlin Thunder in dieser Saison vor der Insolvenz rettete, zieht einen Vergleich mit der besten Football-Liga der Welt.

Vergleich mit NFL

"Wenn man jetzt in die NFL sieht, denkt man, dass so etwas undenkbar ist. Doch auch in den USA gab es zu Beginn einige Probleme und Teams, die nicht mehr existieren", zeitgleich unterstreicht der 60-jährige Unternehmer auch, dass er im Premierenjahr der neuen europäischen Football-Liga einiges gelernt hat. "Ich habe schon in viele Unternehmen investiert, hatte aber noch nie mit einer Insolvenz zu tun. Doch auch diese Probleme werden wir lösen", so Nagel weiter.

AFLE-Präsident Jim Tomsula. © GEPA pictures/ Alexander Solc

Auch das heuer sieglose Team aus Florenz wurde vom Big Boss hervorgehoben. Nagel: "Sie haben hervorragende Arbeit für die kurze Zeit geleistet. Sie werden nächstes Jahr nicht sieglos die Saison beenden. Sie haben ihre Lehren gezogen und werden sich steigern." Mit der Verkündung, dass Warschau nächstes Jahr in der AFLE antreten will, wurde ein starkes Zeichen nach außen gesendet. Doch es soll erst der Anfang sein. "In den kommenden Wochen folgen viele tolle Nachrichten", versprechen die Verantwortlichen und setzen dabei voll und ganz auf die Einbindung der Fans.

Fokus auf Fans

Tomsula wird nicht müde zu betonen, dass das Wichtigste ist, dass die Fans zufrieden sind. "Wir müssen es schaffen, dass es ein Fest für alle wird. Ohne die Fans geht es nicht", so der zweimalige ELF-Meistermacher von Rhein Fire, der auch hervorhebt, dass das ganze Team in der Liga, angefangen bei Commissioner Andreas Nommensen, eng zusammenarbeitet, die Liga weiter zu professionalisieren und "es mittlerweile nicht Geschäftspartner, sondern Freunde" sind.

Mit so viel Einigkeit können sich die Football-Fans in Europa nach dem Showdown am Sonntag auch in den kommenden Wochen auf viele Neuigkeiten freuen, mit denen man die klare Vision der Gründer unterstreichen wird.