Eigentlich hätte Alphaville am Freitag beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring in Deutschland auf der Bühne stehen sollen. Doch daraus wurde nichts.
Der Grund: Sänger Marian Gold hatte sich bei Konzerten immer wieder deutlich gegen rechtsextreme Tendenzen und für Freiheit, Toleranz und Demokratie ausgesprochen. Genau das sorgte offenbar für Diskussionen mit den Festival-Veranstaltern.
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Diese machten anschließend klar: Auf ihrer Bühne sollen keine politischen Äußerungen stattfinden. Das Festival sei "komplett unpolitisch" – unabhängig davon, aus welcher politischen Richtung eine Aussage komme.
Band spricht von "Maulkorberlass"
Alphaville reagierte empört. Gold bezeichnete die Vorgabe als eine Art "Maulkorberlass" und kritisierte, dass damit die Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit eingeschränkt werde.
Die Band machte deutlich, dass sie eine solche Einschränkung nicht akzeptieren wolle.
Zunächst blieb die Ausladung bestehen. Nach heftiger Kritik ruderten die Veranstalter allerdings zurück und luden Alphaville wieder ein. Doch da war die Band bereits raus.
Alphaville kommt trotzdem nicht
Die Gruppe nahm die Entschuldigung und Wiedereinladung von Veranstalter Markus Krampe zwar zur Kenntnis, entschied sich aber gegen einen Auftritt.
Damit blieb die Bühne am Freitag ohne Alphaville – und ausgerechnet der größte Hit der Band sollte trotzdem noch für Aufsehen sorgen.
Plötzlich läuft "Forever Young"
Mehrere Künstler spielten beim Festival nämlich "Forever Young".
Sänger Tom Gregory eröffnete am Freitag sein Set auf der Hauptbühne mit dem Alphaville-Klassiker. Auch Rapperin Nura spielte den Song bei ihrem Auftritt. Bereits am Donnerstagabend hatte DJ Alle Farben "Forever Young" aufgelegt.
Damit wurde der Song zum musikalischen Zeichen der Solidarität mit Alphaville.
Auch andere Stars werden politisch
Rapperin Nura machte auf der Bühne gleichzeitig klar, dass sie keine unpolitische Show liefern wolle.
Auch DJ Felix Jaehn kündigte an, die Bühne für eine politische Botschaft nutzen zu wollen. Als queere und non-binäre Person wolle er sich nicht das Recht nehmen lassen, sich gegen eine Partei auszusprechen, die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft sei.
Partyschlagersängerin Mia Julia sagte bei ihrem Auftritt ebenfalls: "Ich steh für Toleranz, ich steh für freie Liebe und ich steh auch für Vielfalt."
Veranstalter räumt Fehler ein
Mittlerweile sieht auch Markus Krampe seine ursprüngliche Entscheidung kritisch. "Das ist superdämlich gewesen", sagte der Mitveranstalter am Rande des Festivals.
Lukas Podolski, der das Festival gemeinsam mit Krampe organisiert, stellte sich hinter seinen Partner: "Jeder macht irgendwie mal ein Missgeschick, einen Fehler im Leben. Dann geht das Leben aber auch weiter." Das Festival läuft noch bis Sonntag. Alphaville bleibt zwar fern – doch "Forever Young" ist am Hockenheimring trotzdem nicht zu überhören.