Auf einsamen Inseln

Forscher entdecken nach 100 Jahren neue Pinguinart

© Anadolu via Getty Images
Forscher haben eine neue Pinguinart auf den abgelegenen Kerguelen im Süden des Indischen Ozeans entdeckt.
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Erstmals seit 100 Jahren hat ein internationales Team von Wissenschaftlern eine Pinguinart entdeckt. Das Team unter Leitung chilenischer Biologen veröffentlichte seine Studie im Fachjournal "Communications Biology".

Sie liefern genetische Beweise, dass Eselspinguine nicht eine große Pinguinart mit mehreren Unterarten darstellen würden, sondern tatsächlich aus vier eigenständigen Eselspinguinarten bestehen. Das schreibt die University of California in einer Mitteilung.

"Genetisch unterscheidet sich die Art jedoch eindeutig"

Eine dieser Arten blieb bisher unentdeckt. Der Grund: Die Tiere schauen, abgesehen von geringfügigen Unterschieden in Größe und Lautäußerungen, wie die anderen Eselspinguine aus. Sie haben einen weißen Bauch und schwarzen Rücken. In der Mitteilung wird betont: "Genetisch unterscheidet sich die Art jedoch eindeutig."

Laut der Studie waren bislang die nördlichen, südlichen sowie östlichen Eselspinguine bekannt. Als neue Art kommt nun der südöstliche Eselspinguin, auch Pygoscelis kerguelensis genannt, hinzu. Die Studie nimmt eine Arbeit aus dem Jahr 2020 als Grundlage und etabliert den neuen Namen für die vierte Art.

"Inseln der Trostlosigkeit"

Die Tiere leben auf den Kerguelen. Die Inselgruppe liegt abgelegen im südlichen Indischen Ozean. Menschen trifft man dort nur in einer Forschungsstation. Die Inseln befinden sich jeweils rund 4.000 Kilometer von Australien und Südafrika entfernt und wurden von dem bekannten Entdecker James Cook entdeckt. Er nannte den Archipel einst "Inseln der Trostlosigkeit".

Die Forscher definieren nun den nördlichen, den südlichen sowie den östlichen Eselspinguin nicht mehr als Unterarten, sondern als eigenständige Arten. Wie die University of California schreibt, hätte das Team mit Pinguinexperten aus aller Welt zusammengearbeitet. Die neue Studie soll ein wissenschaftlicher Konsens sein. Die Forscher haben das Erbgut von 64 Tieren aus zehn Brutkolonien analysiert. Zusätzlich wurden körperliche Merkmale von der Farbe über Lautäußerungen, den Zeitpunkt der Brut, die Ernährung sowie das Fressverhalten untersucht.

Die Ernährung der Eselspinguine ist vielseitig. Aus diesem Grund haben die Wissenschaftler den südöstlichen Eselspinguin als neue Art definiert. Die Tiere bleiben immer nah an ihren Brutkolonien und nisten Jahr für Jahr am selben Ort. In der Studie heißt es: "Dadurch entwickelten die Populationen auf abgelegenen Inseln Verhaltensweisen und ökologische Anpassungen an ihre jeweilige Umgebung. Im Laufe der Zeit wurden diese durch Selektion im gesamten Genom verstärkt."