Feuer-Inferno
Ganz Europa steht in Flammen
Nahe dem Strand Peristeria im Süden der Insel seien zwei Leichen geborgen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntag. Nahezu zeitgleich waren zuvor zwei Waldbrände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel ausgebrochen. Urlauber und Einheimische wurden zur Evakuierung aufgerufen. Auch in anderen europäischen Ländern wüteten Waldbrände.
Auch interessant
Die Küstenwache entsandte nach eigenen Angaben fünf Patrouillenboote nach Salamis, um Badegäste und Bewohner in Sicherheit zu bringen, auch Privatboote kamen zur Hilfe. Rund 200 Feuerwehrleute sowie sechs Löschflugzeuge und sieben Hubschrauber waren im Einsatz gegen die in bewohntem Gebiet tobenden Feuer. Ziel sei es, zu verhindern, dass sich die beiden Feuer einen Berghang hinauffressen und zu einer großen Feuerfront vereinen, sagte Salamis' stellvertretender Bürgermeister Thodoris Zannis dem Fernsehsender ERT.
Belgischer Brand bedrohte Gebiet in Deutschland
Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn kämpften Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und Landwirte am Wochenende gegen den größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte des Landes. Bis Sonntagnachmittag brachten sie nach Regierungsangaben erste Gebiete unter Kontrolle, darunter eine Feuerfront in der Nähe der deutschen Grenze nahe Monschau in Nordrhein-Westfalen. Auch eine zweite Front im Norden nahe der belgischen Ortschaft Jalhay war demnach unter Kontrolle.
Die Stadtverwaltung von Monschau hatte zuvor die Bewohner dreier Stadtteile wegen der dichten Rauchwolken zur Evakuierung aufgerufen. Sie ging aber davon aus, dass sich die Flammen nicht nach Deutschland ausbreiten. Der Brandgeruch hing bis nach Rheinland-Pfalz in der Luft.
Naturschutzgebiet steht in Flammen
Im Hohen Venn waren mehr als 250 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter Helfer aus dem ganzen Land und aus Deutschland. Laut EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib trafen zwei Löschflugzeuge aus Schweden zur Unterstützung ein, vier Hubschrauber aus Belgien und den Niederlanden waren bereits im Einsatz. Die Hilfe aus der Luft ist im Hohen Venn entscheidend: Das Naturschutzgebiet besteht vor allem aus Torfflächen und Heideland, in denen schweres Gerät schnell einsinkt. Den Einsatzkräften gelang es deshalb zunächst nicht, den Ausbruchsort des Feuers zu erreichen.
Gut 30 Kilometer entfernt konnten die Bewohner des Ortsteils Gey in der deutschen Eifelgemeinde Hürtgenwald in ihre Häuser zurückkehren. In der Nähe des Ortes hatte ein Waldbrand rund 300 Hektar Land verwüstet, etwa ein Zehntel der in Belgien bereits verbrannten Fläche.
Lage in Frankreich beruhigt sich
In Frankreich beruhigte sich die Lage am Sonntag, sowohl in den Ardennen an der Grenze zu Belgien als auch im Südwesten des Landes. Dort hatten die Flammen knapp hundert Kilometer südlich der Stadt Bordeaux seit Donnerstag rund 1.700 Hektar Vegetation vernichtet. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Nähe der Stadt bereits mehr als 40.000 Hektar Land verwüstet.
Hunderte zuvor evakuierte Menschen konnten in Andalusien im Süden Spaniens in ihre Häuser zurückkehren. Dort hatte ein Waldbrand innerhalb von zehn Tagen mehr als 25.000 Hektar Vegetation verwüstet, erst am Sonntag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Ein Waldbrand in Aragonien im Norden des Landes war hingegen noch nicht unter Kontrolle, hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Auf der griechischen Ägäis-Insel Skiros brachte die Feuerwehr unterdessen einen Waldbrand am Sonntag weitgehend unter Kontrolle. Insgesamt brachen in Griechenland innerhalb von 24 Stunden 34 Brände aus, wie die Feuerwehr mitteilte.
Festnahmen in Kroatien
Auch auf dem Balkan brannte es. In Kroatien nahm die Polizei vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung fest. Sie werden verdächtigt, Brände in der Region Zadar im Zentrum der kroatischen Adriaküste ausgelöst zu haben. Die Polizei prüft zudem, ob es auch in der Region Omis weiter im Süden Anzeichen für Brandstiftung gibt. Dort kam bei einem Brand in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben.
Bei dem Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) in Niederösterreich hat sich die Lage am Sonntag unterdessen weiter entspannt. Vereinzelt flammen zwar noch Glutnester auf, diese können von den örtlichen Feuerwehren jedoch rasch wieder gelöscht werden, erläuterte Patrik Lechner vom Bezirksfeuerwehrkommando auf APA-Anfrage. "Wir haben das im Griff. Es schaut super aus", betonte er. Bis zum endgültigen "Brand aus" werde es aber wohl noch einige Tage dauern.
Brände in Italien breiten sich weiter aus
In der norditalischen Provinz Udine spitzt sich die Lage ebenfalls zu. Die Behörden ordneten vorsorglich die Evakuierung des Ortsteils Pissebus der Gemeinde Tolmezzo an. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr, Zivilschutz, Freiwilligen und Forstbehörden sowie von drei Hubschraubern und einem Löschflugzeug konnte der Brandherd bisher nicht zurückgedrängt werden.
Die Flammen breiteten sich vom Monte Amariana rasch talwärts aus und näherten sich Wohnhäusern und Infrastruktur. In der Nacht auf Sonntag begannen erste Evakuierungen einzelner Häuser. In einer Sporthalle in Tolmezzo wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Am Sonntagmorgen wurden die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Auch slowenische Einsatzkräfte unterstützen die italienischen Teams.
Rauchgeruch ging bis nach Kärnten
Die Waldbrände in Oberitalien führten zu vermehrten Anfragen von besorgten Kärntnerinnen und Kärntnern bei der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ). In den vergangenen Stunden seien rund 35 Notrufe eingegangen. Gemeldet wurde überwiegend Rauchentwicklung beziehungsweise deutlicher Rauchgeruch. Ursache ist die derzeit starke Rauchentwicklung infolge der Waldbrände im Raum Tolmezzo und Amaro. Eine Windströmung verfrachtet den Rauch in Richtung Kärnten, teilte das Land in einer Aussendung am Sonntag mit. Man ersuche die Bevölkerung, bei Wahrnehmung von Rauchgeruch oder eingeschränkter Sicht Ruhe zu bewahren und die Notrufnummern nur bei tatsächlichen Notfällen zu wählen.
In ganz Europa haben mehrere Hitzewellen seit Mai die Wälder und Böden ausgetrocknet, neue Brände breiten sich daher rasch aus. In Teilen des Kontinents hoffen die Einsatzkräfte nun auf Abkühlung und etwas Regen.