Mit 89 verstorben

Ganze Welt trauert um Norwegens König Harald V.

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Der Monarch ist nach kurzer schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie in Oslo verstorben.
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Ein König geht, der Norwegen mehr als 35 Jahre lang geprägt hat. Der Regent verstarb in einem Krankhaus in Oslo. An seiner Seite waren Sohn Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit. Sogar Marits Sohn Marius Borg Hoiby kam (mit Fußfessel) ins Krankenhaus, um Abschied zu nehmen.

Mette-Marit und Haakon am Weg ins Spital © APA/AFP/NTB/CORNELIUS POPPE

Harald V. wurde am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. König von Norwegen. Sein Wahlspruch war derselbe wie bei Vater und Großvater: "Alt for Norge" – Alles für Norwegen. Am 21. Januar 1991 legte er im Storting seinen Eid auf die Verfassung ab, am 23. Juni folgte die Weihe mit Königin Sonja im Nidarosdom.

Längster amtierender König

Es war der Beginn einer ungewöhnlich langen Regentschaft. Harald war dabei nie ein König mit großer politischer Macht – seine Aufgaben waren vor allem repräsentativ und zeremoniell. Doch gerade in den entscheidenden Momenten wurde er zum Symbol einer Nation.

Ein frühes Glanzlicht seiner Amtszeit waren die Olympischen Winterspiele von Lillehammer 1994. Norwegen präsentierte sich damals der Welt als modernes, selbstbewusstes Land – und die Königsfamilie war mittendrin. Harald verkörperte dabei jene Mischung aus Bodenständigkeit und Tradition, die viele Norweger an ihm schätzten.

König Harald V. © APA/AFP/NTB/RODRIGO FREITAS

Seine wohl wichtigste Rolle spielte er jedoch in den dunkelsten Stunden des Landes. Nach den Terroranschlägen vom 22. Juli 2011, bei denen 77 Menschen in Oslo und auf Utøya ermordet wurden, stand Harald an der Seite der Hinterbliebenen und Überlebenden. Bereits am 23. Juli wandte er sich an die Nation. Jahre später erinnerte er immer wieder an die Opfer und daran, was die Gesellschaft zusammenhält.

Auch sein 25. Thronjubiläum 2016 zeigte, wie sehr Harald sein Verständnis von Norwegen verändert hatte. In seiner vielbeachteten Rede sprach er über ein Land, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und sexueller Orientierung selbstverständlich zusammengehören. Die Rede wurde zu einem der bekanntesten öffentlichen Momente seiner Regentschaft.

Haralds Familie – großes Glück und große Sorge

Seit der Hochzeit von Kronprinz Haakon und Mette-Marit im Jahr 2001 gehörte deren Sohn Marius Borg Høiby zum engsten Familienkreis. Nun wurde aus der Familiengeschichte ein schwerer Skandal: Am 15. Juni 2026 verurteilte ein Gericht in Oslo Høiby zu vier Jahren Haft. Er wurde unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen und weiterer Straftaten schuldig gesprochen; von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen wurde er freigesprochen.

Marius Borg-Hoiby © oe24

Für Mette-Marit kam diese Krise zu einem Zeitpunkt, an dem sie selbst um ihr Leben kämpfen musste. Die Kronprinzessin litt seit 2018 an einer chronischen Lungenfibrose. Am 5. Juni 2026 wurde bekannt, dass sie wegen der lebensbedrohlichen Verschlechterung ihrer Erkrankung auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt worden war. Am 17. Juni 2026 folgte die Nachricht von der erfolgreichen Transplantation.

Mette-Marit © Reuters

So lagen im Sommer 2026 Freud und Leid im norwegischen Königshaus so eng beieinander wie selten zuvor: eine Kronprinzessin, die nach einer Lungentransplantation um ihre Genesung kämpfte, ein Sohn, der nach einer schweren Verurteilung im Gefängnis saß – und ein König, dessen Gesundheit ihn plötzlich im Stich ließ.