Paketsteuer-Shitstorm

"GEDS SCHE***!": Produkte kosten um 200% mehr

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Mit 1. Oktober trat die umstrittene Paketsteuer in Kraft, bei vielen Österreichern stoßen schon am ersten Tag die anfälligen Zusatzkosten sauer auf.
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Seit Donnerstag muss man bei großen Konzernen in Österreich die umstrittene Paketsteuer von 2,40 Euro zahlen. 16 große Online-Händler, die Pakete an Endverbraucher schicken, sind davon betroffen. Zu den Unternehmen zählen Amazon, Temu und Zalando, aber auch Shop-Apotheke, Ebay.at/Ebay.de, Otto, Best Secret, AliExpress, Mediamarkt, Apple, Universal, Ikea, Shein, XXXLutz und Refurbed.

Doch schon am ersten Tag wurde schnell klar, dass nicht jeder mit den Vorgaben zufrieden ist. Ein X-User aus Vorarlberg wollte spezielle Batterien im Wert von 4 Euro kaufen, entschied sich aufgrund der Paketsteuer allerdings dazu, loszufahren und die Knopfbatterien beim Händler zu kaufen. Allerdings gab es in mehreren Städten in der Umgebung nicht das benötigte Exemplar. Die Folge schilderte er süffisant: "Leider hatte niemand diese Batterien. Dafür habe ich vollgetankt".

Auch kuriose Beispiele zeigen, wie absurd die neue Steuer teilweise ist. So würden etwa kleine Alltags-Produkte wie Mais oder Gummibären dadurch fast 200 Prozent (siehe Bilder) mehr kosten, sollte man sich nur ein einziges der Produkte bestellen.

Amazon-Paketsteuer © Amazon
Amazon-Paketsteuer © Amazon

Der Großteil der User auf Social Media tobt und regt sich über die neue Steuer auf. Doch es gibt auch genau aufgrund solcher bizarren Bestellungen positive Worte. So heben einige User hervor, dass dadurch möglicherweise wieder der lokale Handel davon profitieren könnte, da sich viele den Betrag durch einen Besuch im Geschäft sparen könnten.

Das Gesetz lässt den Händlern die Wahl, ob sie die Steuer pro einzelnem Paket oder pauschal pro getätigter Bestellung berechnen. Große Anbieter wie Amazon, Otto Österreich und Zalando haben sich für die Verrechnung pro Bestellung entschieden. Wer dort einkauft, bezahlt die 2,40 Euro auch dann nur einmal, wenn die Lieferung auf mehrere Pakete aufgeteilt wird.

Finanzministerium rechnet mit 280 Mio. €

Das Finanzministerium erwartet durch die neue Abgabe jährliche Steuereinnahmen in Höhe von 280 Millionen Euro. Dieses Geld soll unter anderem dazu dienen, die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab 1. Juli gegenfinanzieren zu können.

Gleichzeitig rollt auf das Gesetz eine Klagewelle zu. Zalando hat bereits am 20. August 2026 eine Klage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Otto-Österreich-Chef Harald Gutschi rechnet damit, dass bis zu zehn Händler juristisch gegen die Steuerbescheide vorgehen werden. Er verweist darauf, dass die EU bereits seit Anfang Juli einen Pauschalzoll von drei Euro auf Drittstaaten-Waren einhebt und ab November eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro folgt. Unterstützung kommt von heimischen Händlern: Ernst Mayr von Fussl Modestraße und Gabriele Zgubic-Engleder von der Arbeiterkammer Wien kritisierten unisono beim Handelstag der Wirtschaftskammer in Wien, dass die EU viel zu spät auf die asiatische Flut an Billigpaketen reagiert habe. Der Handelsverband prüft gemeinsam mit Ecommerce Europe bereits eine Binnenmarktbeschwerde bei der EU-Kommission.