Erstes Todesopfer
Gefährliches Virus breitet sich in Italien aus
Ein Mann verstarb in der Region Venetien an den Folgen der Infektion, während die Fallzahlen in der Provinz Padua dramatisch ansteigen.
Tragischer Todesfall in Venetien
Die Nachricht aus dem Norden Italiens sorgt für große Besorgnis. Ein Mann aus der Provinz Padua ist nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus verstorben. Es handelt sich um das erste Todesopfer in dieser Region im laufenden Jahr. Der Verstorbene, Lorenzo Corradin, war im Ort Presina di Piazzola sul Brenta wohnhaft und jahrzehntelang als Modellmacher bei dem bekannten Bekleidungsunternehmen Belvest tätig. Seine Familie hatte den Rettungsdienst gerufen, nachdem sich sein Zustand innerhalb kürzester Zeit massiv verschlechtert hatte.
Zuvor hatte der Betroffene über schweres Fieber, zunehmenden kognitiven Abbau sowie Erbrechen, Durchfall und extreme Erschöpfung geklagt. Nach der Einlieferung in das Spital von Cittadella wurde rasch ein entsprechender Test durchgeführt, der den Verdacht bestätigte. Eine Knochenmarkentnahme brachte schließlich die traurige Gewissheit, dass es sich um das West-Nil-Virus handelte. Trotz aller Bemühungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte verschlechterte sich der Zustand rund um den Feiertag Ferragosto dramatisch, bis der Patient schließlich verstarb.
Vorerkrankungen erschwerten den Krankheitsverlauf
Der Patient litt bereits vor der Infektion an anderen gesundheitlichen Problemen, was den Verlauf der Erkrankung maßgeblich beeinflusste. Luca Sbrogiò, Direktor der zuständigen Gesundheitsbehörde Usl Euganea, erklärte, dass sich der Zustand des Patienten gerade wegen des von Mücken übertragenen Erregers rapide verschlechtert habe. Zunächst war der Mann auf der internistischen Station des Spitals aufgenommen worden. Nach der Diagnose des West-Nil-Virus und der neurologischen Komplikationen erfolgte die Verlegung in die Neurologie, wo er schließlich am Sonntagabend verstarb.
Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich durch den Stich von infizierten Stechmücken auf den Menschen übertragen. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion mild oder sogar völlig symptomlos. Wenn das Virus jedoch auf gesundheitlich geschwächte Personen trifft, kann es zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Verläufen kommen.
Rasche Ausbreitung in der Region Padua
In den vergangenen Wochen verzeichneten die Behörden in der Provinz Padua einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen. Mittlerweile wurden in diesem Gebiet bereits zahlreiche Fälle offiziell registriert. Die Gesundheitsbehörden beobachten die Situation sehr genau, da die klimatischen Bedingungen die Vermehrung der Überträger begünstigen.
Die Verteilung der bisher erfassten Fälle in der Provinz stellt sich wie folgt dar:
- Insgesamt wurden bereits 37 Infektionen mit dem West-Nil-Virus dokumentiert.
- Bei 21 Betroffenen äußerte sich die Erkrankung in Form von Fieber.
- Bei 12 Patientinnen und Patienten wurde ein schwerer, neuroinvasiver Verlauf festgestellt.
- Unter den positiv getesteten Personen befinden sich auch drei aktive Blutspender.
Feuchtheißes Wetter begünstigt Mückenplage
Die Gesundheitsbehörden führen die rasche Zunahme der Infektionen in den vergangenen zwei Wochen vor allem auf das Wetter zurück. Eine Kombination aus großer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und plötzlichen Regenfällen hat ideale Brutbedingungen für Stechmücken geschaffen. Sbrogiò betonte in diesem Zusammenhang, dass die bekannten Fälle nur die Spitze des Eisbergs darstellen dürften.
Da ein Großteil der Infektionen ohne jegliche Symptome verläuft, bleibt die Dunkelziffer hoch. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, sich aktiv vor Mückenstichen zu schützen. Dazu gehören das Tragen von schützender Kleidung, die Verwendung von Insektenschutzmitteln und das Vermeiden von stehendem Wasser in Gärten und auf Balkonen, um den Mücken die Brutstätten zu entziehen. Ein Ende der Mückenwelle ist vorerst nicht in Sicht, weshalb erhöhte Wachsamkeit geboten bleibt.