Eskalation bei Demos
Gewaltwelle in ganz Europa: Proteste weiten sich aus
Neben Paris kam es auch in Barcelona, Rom und der albanischen Hauptstadt Tirana zu schweren Ausschreitungen, Brandstiftungen und gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. In der katalanischen Metropole Barcelona spielten sich am Samstag dramatische Szenen ab.
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Nach dem Vorbild der Krawalle in Frankreich formierte sich bereits am Nachmittag im Herzen der Stadt ein massiver Protestzug. Aufgerufen dazu hatte die spanische Schüler- und Jugendbewegung, die als direktes Pendant zur französischen Gruppierung "Lycées Indignés" („Empörte Gymnasiasten“) agiert. Was zunächst im Stadtzentrum begann, geriet mit Einbruch der Dämmerung völlig außer Kontrolle.
Auf der zentralen Plaza de Catalunya eskalierte die Situation zusehends. Sicherheitskräfte versuchten, die Lage unter Kontrolle zu bringen, wurden jedoch massiv attackiert. Randalierer setzten Straßenmobiliar und Barrikaden in Brand, zahlreiche Geschäfte wurden mutwillig zerstört und geplündert. Lokale Medien und die spanische Nachrichtenagentur EFE berichteten übereinstimmend von bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Stadtkern.
Proteste in Italien gegen Teuerung
Auch in Italien zeigte sich am Samstag ein bedrückendes Lagebild. In Rom versammelte sich eine riesige Menschenmenge nahe der Piazza della Repubblica, um lautstark gegen die anhaltende Teuerung und die dramatisch steigenden Lebenshaltungskosten im Land zu demonstrieren. Angesichts der aufgeheizten Stimmung bot die italienische Polizei ein massives Sicherheitsaufgebot auf.
Um ein Vordringen der wütenden Demonstranten in Richtung sensibler Regierungsgebäude zu verhindern und die Lage einzudämmen, fuhren die italienischen Behörden schweres Gerät auf. Neben zahlreichen Hundertschaften standen dabei auch mehrere Wasserwerfer im direkten Einsatz gegen die Demonstranten.
Rathaus in Tirana in Brand gesteckt
Besonders drastisch spitzte sich das Geschehen auf dem Balkan zu. In Albanien richteten sich heftige Proteste direkt gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. Tausende Menschen strömten in der Hauptstadt Tirana auf die Straße, um ihrem Unmut über die politische Führung Ausdruck zu verleihen.
Wie das Medium "City News Albania" meldete, griffen randalierende Demonstranten das Rathaus in Tirana direkt an und setzten das Gebäude in Brand. Die Flammen sorgten für erhebliche Zerstörungen, während die genaue Schadenshöhe derzeit noch nicht beziffert werden kann. Bei den anschließenden Auseinandersetzungen mit der albanischen Polizei kam es zu massiven gewaltsamen Zusammenstößen auf beiden Seiten.
Was in Frankreich mit massiven Protestaufrufen begann, hat sich innerhalb weniger Stunden zu grenzüberschreitenden Unruhen ausgeweitet. Die Sicherheitsbehörden in Spanien, Italien und Albanien bleiben in höchster Alarmbereitschaft, da für die kommenden Tage weitere Aktionen und Versammlungen nicht ausgeschlossen werden können. In den kommenden Tagen wird auch in weiteren Ländern in Europa mit ähnlichen Protesten gerechnet.