Überbuchung

Erzwungene Trennung: easyJet ruiniert Flitterwochen von Ehepaar

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Die Billig-Fluglinie easyJet hat einem frisch verheirateten Brautpaar die Flitterwochen verdorben. Wegen einer Überbuchung musste das Paar sich trennen. Die Frau flog alleine nach Montenegro. Der Ehemann musste in London bleiben.
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Andy und Katya Wedlake wollten ihre Flitterwochen in Tivat an der Küste Montenegros gemeinsam verbringen. Der Abflug sollte am Sonntag, den 26. Juli, um 8.24 Uhr vom Flughafen Gatwick per easyJet erfolgen. Sie trafen rechtzeitig ein und hatten ihre Reise Monate im Voraus gebucht. Jedoch konnten die Wedlakes in den frühen Morgenstunden online nicht einchecken. Beim easyJet-Bereich im Nordterminal des Flughafens haben die beiden den Grund dafür erfahren.

Gegenüber „The Telegraph“ erklärte Andy Wedlake: „Sie hatten den Flug überbucht. Sie konnten uns erst Plätze geben, wenn das Boarding geschlossen war – und nur, falls andere Leute nicht zu dem Flug erscheinen würden.“ Viele Fluggesellschaften verkaufen mehr Tickets als die verfügbaren Plätze.

Laut der Richtlinie von easyJet wird das Boarding den zuletzt eincheckenden Passagieren verweigert. Geht es nach den Fluggastrechten, müssen Fluggesellschaften bei Überbuchungen als erstes Freiwillige suchen. Sie nehmen gegen eine finanzielle Entschädigung einen späteren Flug.

Flugbegleiter zwang das Paar zur Entscheidung

Die easyJet-Mitarbeiter fragten am Abflug-Gate die Passagiere, ob jemand von ihnen einen späteren Flug nehmen würde. Dieser sollte am nächsten Morgen erfolgen. Wedlake berichtete: „Es gab einen Freiwilligen, wodurch ein Platz im Flugzeug frei wurde.“ Zu diesem Zeitpunkt rechnete das Paar fest damit, dass sie gemeinsam am nächsten Tag fliegen würden. Jedoch hatte das Bordpersonal eine andere Idee.

Sie bestanden nämlich darauf, dass einer von den beiden den freien Platz nehmen müsse. Ansonsten hätten die Wedlakes neue Tickets für den nächsten Morgen kaufen müssen.

Bräutigam Wedlake erzählt: „Sie sagten, entweder meine Frau oder ich müssten diesen Platz nehmen, andernfalls würden wir als ,No-Show‘ gelten und sämtliche Rechte auf Umbuchung und jegliche Entschädigung verlieren. Also stieg meine Frau in den Flug, und ich blieb zurück.“ Er blieb zurück und flog am nächsten Morgen nach Montenegro. Katya reiste an die Adria. Nach 21 Stunden war das Brautpaar wiedervereint.

Erklärung von easyJet

Ein Sprecher von easyJet erklärte: „Es tut uns sehr leid wegen der Erfahrung von Mr und Mrs Wedlake und der Schwierigkeiten, die dies für ihre Flitterwochen verursacht hat. Wie die meisten Fluggesellschaften überbuchen wir gelegentlich einen sehr kleinen Teil unserer Flüge, was in der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht dazu führt, dass das Boarding verweigert wird, da wir Daten nutzen, um Flüge mit einer Historie von nicht reisenden Kunden auszuwählen. Indem wir diese Plätze füllen, hilft dies, die Tarife für alle niedriger zu halten.“

Weiter betonten sie: „In dem seltenen Fall, dass ein Kunde nicht reisen kann, nehmen wir unsere Verantwortung ernst und suchen Freiwillige, die im Austausch für eine Entschädigung einen späteren Flug nehmen. Ist dies nicht möglich, wird eine Entscheidung basierend auf der Reihenfolge des Check-ins getroffen.“

Die Fluggesellschaft zeigte Verständnis: „Obwohl ein Sitzplatz für einen Passagier verfügbar war, bedauern wir, dass in diesem Fall keine Ausnahme gemacht wurde, um für sie gemeinsam einen alternativen Flug zu buchen, zumal es sich um eine so besondere Reise handelte. Wir haben inzwischen Kontakt mit Mr und Mrs Wedlake aufgenommen, um uns für ihre Erfahrung zu entschuldigen, ihnen die zustehende Entschädigung zukommen zu lassen und eine Geste des guten Willens anzubieten.“