Google & Co.: Stromverbrauch in Oberösterreich verdoppelt sich bis 2040
Die Entstehung des Google Rechenzentrums in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) hat in Oberösterreich die Debatte um den Ausbau der Windkraft weiter entfacht. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) warnt davor, dass Oberösterreichs "Stromimporte explodieren", wenn die schwarz-blaue Landesregierung "weiter Windkraft blockiert". Er präsentierte ein Factsheet des Energieexperten Jürgen Neubarth: Der Stromverbrauch in Oberösterreich verdoppele sich demnach bis 2040.
OÖ ist Stromimporteu
Oberösterreich habe sich vom Stromexporteur zum Stromimporteur entwickelt, umriss der Geschäftsführer von e3 consult am Donnerstag in einem Hintergrundgespräch den Ist-Zustand. Von 2005 bis 2014 seien noch im Durchschnitt 610 Gigawattstunden (GWh) bilanziell ausgeführt worden, ab 2015 bis 2024 habe das Bundesland dann im Mittel 1.450 GWh Strom einführen müssen. "Der Rückgang fossiler Erzeugung konnte bisher nicht ausreichend durch den Ausbau heimischer erneuerbarer Stromerzeugung kompensiert werden", so Neubarth. Denn allein mit Wasserkraft und Photovoltaik könne die Bilanz nicht gedreht werden.
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150 Windräder gegen Winterlücke
Wie angespannt die Situation in Oberösterreich sei, zeige das Jahr 2024. In jenem Jahr sei zwar ein Stromüberschuss in Oberösterreich erzeugt worden, allerdings lag die Stromproduktion im Winterhalbjahr - wenn der Stromverbrauch steigt - deutlich unter dem Sommerhalbjahr. Diese Winterlücke könnte bilanziell aber durch Windenergie gefüllt werden. Dazu wären 150 moderne Windräder notwendig, heißt es in dem Factsheet. Aktuell stehen 31 Anlagen, 6 Windkraftprojekte befinden sich im UVP-Verfahren. Beim größten Projekt, dem Windpark Sandl mit 19 Rädern im Bezirk Freistadt, stehe laut dem Landesrat im zweiten Quartal 2027 die mündliche Verhandlung an. Die Bedeutung der Windkraft als dritte Säule und komplementäre Ergänzung zur Photovoltaik und Wasserkraft für ein sicheres Stromversorgungssystem werde für Kaineder noch mit der aktuellen Trockenheit untermauert.
"Wenn ich etwa vier große Windparks in Oberösterreich baue und es Direktabnahmeverträge für Unternehmen gibt", dann könne Oberösterreich mit dem Standortvorteil von stabilen Energiepreisen punkten, so Kaineder.