Ab dem Jahr 2027

Graz streicht Gratis-Bim und erhöht Parkgebühren

© Graz Tourismus/KK
In Graz wird ab 2027 das Parken deutlich teurer. Gleichzeitig endet nach 13 Jahren die kostenlose Altstadtbim. Der Gemeinderat beschloss die Maßnahmen im Rahmen des städtischen Sparkurses.
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Graz. Der Grazer Gemeinderat hat am Donnerstag mehrere Sparmaßnahmen beschlossen. Ab Jänner 2027 wird die kostenlose Altstadtbim eingestellt. Gleichzeitig steigen die Parkgebühren in der steirischen Landeshauptstadt deutlich an. Mit den Maßnahmen will die Stadt ihre angespannte Budgetsituation verbessern.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Stadtregierung weitere Einsparungen angekündigt. Die Pläne sorgten bei Wirtschaftsvertretern, Touristikern und Sportvereinen für Kritik. Unter anderem müssen drei Grazer Profisportvereine künftig auf Sponsoringgelder der Holding Graz verzichten.

Gratis-Altstadtbim endet nach 13 Jahren

Besonders umstritten ist die Abschaffung der Altstadtbim. Seit 13 Jahren können Fahrgäste bestimmte Straßenbahnstrecken in der Grazer Innenstadt kostenlos nutzen. Dieses Angebot wird mit Jahresbeginn 2027 eingestellt. Auch bei weiteren öffentlichen Verkehrsangeboten wird gespart. Ein kostenloser Öffi-Samstag im Advent entfällt. Zudem kann die Schlossbergbahn künftig nicht mehr mit einem gewöhnlichen Öffi-Ticket genutzt werden.

NEOS und FPÖ sprachen sich in der Gemeinderatssitzung erneut für den Erhalt der Altstadtbim aus. Sie sehen darin ein wichtiges Angebot zur Belebung der Innenstadt.

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) verteidigte hingegen die Entscheidung. Die Abschaffung stelle aus ihrer Sicht keine Einschränkung der Mobilität dar. Bei der kostenlosen Altstadtbim handle es sich um eine freiwillige Leistung, die angesichts der finanziellen Lage nicht mehr aufrechterhalten werden könne.

Parken wird ab 2027 deutlich teurer

Neben den Einsparungen beim öffentlichen Verkehr beschloss der Gemeinderat auch höhere Parkgebühren. In der Blauen Zone steigt der Stundenpreis ab Jänner von bisher 2,60 Euro auf 3,20 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um rund 23 Prozent. In der Grünen Zone werden künftig 2,40 Euro statt bisher 2 Euro pro Stunde fällig. Hier beträgt die Preissteigerung 20 Prozent.

Durch die höheren Parkgebühren rechnet die Stadt Graz mit zusätzlichen Einnahmen von rund 4,5 Millionen Euro jährlich.

FPÖ befürchtet Nachteile für Innenstadt

Kritik an der Gebührenerhöhung kommt insbesondere von der FPÖ. Wirtschaftssprecher Robert Mörth warnt davor, dass Graz künftig zu den teuersten Landeshauptstädten Österreichs beim Parken zählen werde. Die höheren Kosten würden nicht nur Autofahrer belasten, sondern könnten sich auch negativ auf Handel und Gastronomie auswirken. Mörth befürchtet, dass Kunden verstärkt auf andere Einkaufsstandorte ausweichen könnten.

Mit den nun beschlossenen Maßnahmen setzt die Grazer Stadtregierung ihren angekündigten Sparkurs fort. Für Bewohner, Pendler und Besucher der Innenstadt bringen die Änderungen ab dem kommenden Jahr sowohl beim Parken als auch bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel höhere Kosten beziehungsweise den Wegfall bisher kostenloser Angebote.