US-Geheimdienst

Greift Putin schon in wenigen Wochen die NATO an?

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US-Geheimdienste warnen: Russland könnte versuchen, europäisches Nato-Territorium zu besetzen. Auch die Cyber-Gefahr wächst laut neuen Erkenntnissen enorm.
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US-Geheimdienste schlagen Alarm: Russland könnte laut Insidern bereits in wenigen Wochen eine bewaffnete Gruppe entsenden, um Nato-Territorium in Europa zu besetzen. Beamte gehen laut "Daily Mail" zufolge davon aus, dass der Kreml einen kleinen Landvorstoß in einen osteuropäischen Außenposten, wie etwa die estnische Stadt Narva, oder einen Cyberangriff starten könnte. Das Ziel: Die Entschlossenheit der Allianz soll getestet werden.

Bislang nahmen US-Dienste an, der russische Präsident würde ein solches Risiko während des Krieges in der Ukraine strikt meiden. Doch durch gezielte ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Logistikzentren stehe Russland stark unter Druck, was zu einer neuen Lagebeurteilung geführt hat, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet. Der Zeitrahmen für einen solchen Schritt wird auf den Zeitraum zwischen diesem Herbst und dem Jahr 2029 geschätzt.

Bündnis registriert zunehmende Testangriffe

Nato-Mitglieder gehen davon aus, dass bereits jetzt Testangriffe stattfinden. Westliche Kampfjets stiegen in den vergangenen Wochen gleich dreimal auf, um Drohnen abzuschießen. Zudem fing die Ukraine unlängst eine Drohne ab, die zuvor in den rumänischen Luftraum eingedrungen war.

Im Juli nahmen die Jet-Einsätze im Vergleich zum selben Monat im Jahr 2025 um über 250 Prozent zu. Das Allied Joint Force Command Brunssum betonte dazu in einem Beitrag: "Die Zahlen lügen nicht." Der litauische Präsident Gitanas Nausėda warnte kürzlich offen: "Ich kann nicht leugnen, dass uns solche Informationen vorliegen und dass es sich dabei um kinetische Operationen handelt." Diese zielten demnach sehr wahrscheinlich auf kritische Infrastruktur ab.

Auch der russische Oppositionspolitiker und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow sieht wachsende Chancen für kleine Vorstöße mit Drohnen nach Estland, Lettland, Litauen oder Polen, da Wladimir Putin laut ihm dringend ein "Siegesnarrativ" benötige und die Ukraine ihm das nicht ermögliche.

Warnungen vor Vorstößen in Polen

Die drei baltischen Staaten haben ihre Grenzverteidigung gegenüber Russland und dessen Verbündetem Belarus zuletzt massiv verstärkt. Litauen wendet dabei in Relation stattliche 5,3 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auf – der unangefochtene Spitzenwert aller 32 Nato-Mitglieder.

Bereits im vergangenen Monat warnten die USA vor einem möglichen Vorstoß auf polnisches Gebiet. Dabei könnten Truppen die Grenze überqueren und wichtige Infrastruktur attackieren. Quellen aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki bestätigten gegenüber der Plattform "Onet" entsprechende amerikanische Vorwarnungen an Warschau.

Polnische Sicherheitsexperten befürchten unterdessen, dass gezielte Luftangriffe auf Kraftwerke das Land zur Aktivierung der Luftabwehr zwingen könnten. Moskaus Strategie basiere hierbei auf der Annahme, dass Washington Warschau eher zu Verhandlungen drängen würde, als selbst militärisch einzugreifen.

Selenskyj forciert den technologischen Ausbau

Unterdessen verzeichnet Kiew weitreichende Erfolge: Am Freitag schlugen ukrainische Drohnen in einem Lagerhaus des Online-Händlers "Wildberries" im Ural (Jekaterinburg) ein – über 2.000 Kilometer von der Grenze entfernt. Laut dem Gouverneur Denis Pasler trafen drei Fluggeräte das Dach. Der Kreml-Vertreter Artyom Zhoga teilte mit, 800 Personen seien evakuiert worden, es habe keine Verletzten gegeben. Die Erfolge der Drohneninnovation haben der Ukraine Kooperationsabkommen mit neun Ländern eingebracht, mit 15 weiteren wird verhandelt. Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt indes auf neue Luftabwehrsysteme, da Russland den ukrainischen Mangel an Patriot-Systemen gezielt ausnutzt.

Druck auf ukrainische Verteidigungslinien wächst

Im Osten der Ukraine bleibt das ukrainische Militär massiv unter Druck, da die russische Armee einen Durchbruch erzwingen will. Aus Kramatorsk, einer von vier stark verteidigten Städten des sogenannten Festungsgürtels im Donezk-Gebiet, wurden zuletzt zahlreiche Menschen in Sicherheit gebracht.