Eskalation in Nahost

Greift Trump jetzt im nächsten Land an?

© APA/AFP/SAUL LOEB
US-Präsident Trump könnte den Krieg in Nahost ausweiten.
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Wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormuz eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder. US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe - etwa über die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge in die Region.

Vorgehen im Jemen

Das "Wall Street Journal" berichtet nun über weitere Anzeichen dafür. So seien in der vergangenen Woche laut Flugverfolgungsdaten und Aussagen von US-Beamten Spezialeinheiten in die Region entsandt worden. Zudem befänden sich Bomber auf Stützpunkten in den USA und Großbritannien in höchster Einsatzbereitschaft, zitiert die Zeitung einen der Beamten. Außerdem seien in den vergangenen Tagen mehr als 150 Sanitäter im Landstuhl Regional Medical Center in Rheinland-Pfalz eingetroffen, der wichtigsten Anlaufstelle für die Behandlung von im Nahen Osten verletzten US-Soldaten.

Nach Einschätzung des "Wall Street Journal" könnte die Truppenverstärkung auch darauf abzielen, Trump mehr Handlungsspielraum zu geben, um gegen die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen vorzugehen. Die Islamisten hatten am Montag eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Königreich, das an den Jemen grenzt und seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Miliz führt.

Weiter Beschuss von Tankern im Roten Meer

Im Roten Meer hat die Besatzung eines Tankers Beschuss gemeldet. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Feuer ausgelöst habe, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit. Die Besatzung bekämpfe das Feuer, es seien keine Verletzten gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach knapp 130 Kilometer südwestlich von Al-Schukaik in Saudi-Arabien. Die Herkunft des Schiffes war unklar.

Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene "Blockade" im Roten Meer verletzt hätten. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden. Ob die beiden Mitteilungen sich auf den gleichen Vorfall beziehen, war nicht klar.

Miliz verkündet "Verbot der Schifffahrt" für Saudi-Arabien

Die Houthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland des Jemens, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein "Verbot der Schifffahrt", sagte Houthi-Militärsprecher Jahja Sari. Er ließ aber offen, in welchen Gewässern das Verbot gelten soll.

Die Houthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormuz zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormuz im Iran-Krieg exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer.

Wichtiger Seeweg

Seit 2023 beeinträchtigten die Houthi mit Angriffen im Roten Meer - seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg - den Welthandel bereits massiv. Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab ("Tor der Tränen" oder "Tor der Klagen") vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.