Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München und sein Chefscout Nils Schmadtke gehen mit sofortiger Wirkung getrennte Wege. Wie der Verein in einer offiziellen Stellungnahme mitteilte, einigten sich beide Seiten nach vertrauensvollen Gesprächen auf eine vorzeitige Beendigung des bestehenden Arbeitsverhältnisses.
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Offizieller Dank von Sportvorstand Max Eberl
In der Presseaussendung des deutschen Spitzenklubs fand Sportvorstand Max Eberl ausschließlich lobende Worte für den scheidenden Scouting-Leiter. Eberl hatte Schmadtke einst selbst an die Säbener Straße geholt und betonte die konstruktive Phase der gemeinsamen Zusammenarbeit:
- Schmadtke habe in den vergangenen zwei Jahren im Bereich Scouting und bei der Planung des Lizenzkaders eine sehr große Unterstützung dargestellt.
- Als Head of Scouting habe er die Abteilung mit zahlreichen frischen Ideen entscheidend gestaltet.
- Eberl bedankte sich für die sehr gute Arbeit und wünschte Schmadtke für dessen sportliche sowie persönliche Zukunft nur das Allerbeste.
Über die exakten Hintergründe, die zur vorzeitigen Auflösung des Dienstverhältnisses führten, machten die Verantwortlichen des FC Bayern in dem offiziellen Communiqué naturgemäß keinerlei detaillierte Angaben.
Kicker-Bericht enthüllt interne Konflikte um Führungsstil
Trotz der harmonischen Tonalität der offiziellen Vereinsmitteilung zeichnet ein Bericht des deutschen Fachmagazins "Kicker" ein weitaus differenzierteres Bild der internen Gemengelage. Den Recherchen zufolge gab es an der Säbener Straße über einen längeren Zeitraum hinweg erhebliche Kritikpunkte rund um die tägliche Zusammenarbeit:
- Mitarbeiter des Vereins sollen immer wieder den Führungsstil des Abteilungsleiters beanstandet haben.
- Kritik entzündete sich insbesondere am zwischenmenschlichen Umgang mit Angestellten und Untergebenen.
- Intern wurde das persönliche Auftreten von Schmadtke zeitweise sogar als "grenzwertig" bewertet.
Diese teaminternen Dissonanzen dürften letztlich den Ausschlag dafür gegeben haben, dass die Zusammenarbeit nach gut zwei Jahren vorzeitig für beendet erklärt wurde, um weitere Unruhe im Verein zu vermeiden.
Schmadtke zieht stolze Bilanz über Umstrukturierung
Der scheidende Scouting-Chef selbst verabschiedete sich mit versöhnlichen Tönen von den Münchnern. Die Leitung der Talentsichtung bei einem Weltklub bezeichnete er als eine besondere Aufgabe und eine große persönliche Ehre:
- Er sei stolz darauf, wie man das gesamte Scouting in den vergangenen zwei Jahren neu aufgestellt habe – sowohl für die Profi-Mannschaft als auch für die Nachwuchstalente am FC Bayern Campus.
- Sein besonderer Dank gelte seinem Team für dessen Leidenschaft, Expertise und die großartige Zusammenarbeit.
- Er verlasse den FC Bayern mit einem guten Gefühl und wünsche dem Klub sowie den Menschen vor Ort das Beste.
Schmadtke hatte den Posten als Head of Scouting im Oktober 2024 übernommen. In dieser zentralen Funktion verantwortete er die Sichtung und Kaderplanung sowohl für das Bundesligateam als auch für das Nachwuchsleistungszentrum am Campus.
Christoph Freund und Jochen Sauer suchen Nachfolger
Durch den sofortigen Abgang entsteht in der sportlichen Leitungsetage des deutschen Rekordmeisters eine vakante Schlüsselposition. Auf den österreichischen Sportdirektor Christoph Freund und Campus-Leiter Jochen Sauer kommt nun rasch eine richtungsweisende personelle Aufgabe zu. Die beiden Führungskräfte müssen sich zeitnah um einen adäquaten Nachfolger für die Leitung der Scouting-Abteilung kümmern, um die strategische Kaderplanung für die kommenden Transferperioden ohne zeitliche Verzögerungen voranzutreiben.