Neue Studie

Guter Blutdruck kann Demenzrisiko deutlich senken

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Langfristig gut behandelter Bluthochdruck verringert die Gefahr einer Demenz um 15 Prozent.
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Das hat eine chinesische Studie mit fast 34.000 Personen aus 326 Dörfern gezeigt, die am vergangenen Wochenende beim Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in München vorgestellt worden ist. "Bluthochdruck ist bekanntermaßen ein beeinflussbarer Risikofaktor für Demenz", erklärte Yingxian Sun vom 1. Universitätsklinikum der China Medical University in Shenyang.

"Doch es gibt bisher nur wenige Langzeitstudien, die belegen, dass eine Blutdrucksenkung Demenz auf Bevölkerungsebene verhindern kann", so der Experte. Sun ist Leiter des Chinesischen Programms zur Bekämpfung von Hypertonie im ländlichen Raum (CRHCP). Im Rahmen der bisherigen Studien konnte in der jüngeren Vergangenheit bereits gezeigt werden, dass eine intensive Behandlung mit dem Ziel, einen Blutdruck von weniger als 130 mmHg systolisch ("oberer Wert") und weniger als 80 mmHg diastolisch ("unterer Wert") zu erreichen, die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Sterblichkeit reduziert.

In einer weiteren Auswertung ging es um Demenz jeglicher Ursache. Insgesamt hatte man 33.995 Personen aus 326 ländlichen Dörfern in China aufgenommen. Nach dem Zufallsprinzip bekam die Hälfte der Probanden eine Standardversorgung für Hypertonie, die andere Hälfte wurde unter Hilfe von nicht-ärztlichem Gesundheitspersonal intensiv betreut und sollte möglichst auf jeden Fall die Zielwerte erreichen. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 63 Jahren, 61 Prozent waren Frauen.

Viel stärkere Blutdrucksenkung bei intensiver Betreuung

Die Interventionsgruppe wies am Ende des siebenjährigen Studienzeitraums (vier Jahre aktive Studiendauer, drei Jahre Beobachtungszeit) eine stärkere Senkung des Blutdrucks gegenüber dem Ausgangswert auf als die Kontrollgruppe. So sank der systolische Blutdruck um durchschnittlich 17,6 mmHg. In der Vergleichsgruppe waren es nur 2,4 mmHg.

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"Bemerkenswert ist, dass die Interventionsgruppe nach sieben Jahren ein um 15 Prozent geringeres Demenzrisiko aufwies als die Kontrollgruppe (8,85 Prozent versus 10,55 Prozent). Das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen ohne Demenz war in der Interventionsgruppe ebenfalls um 13 Prozent geringer", schrieb die Kardiologengesellschaft. Der Anteil der Patienten mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen war in der Interventionsgruppe ebenfalls geringer als in der Kontrollgruppe (47,15 Prozent versus 49,78 Prozent).

Zusätzliches Ziel in der Primärversorgung

"In dieser großen, gemeindebasierten Studie führte eine jederzeit ausbaubare Intervention, die von nichtärztlichen Gesundheitsdienstleistern durchgeführt wurde, nicht nur zu einer deutlichen Senkung des Blutdrucks, sondern senkte auch das Demenzrisiko", fasste Sun die Resultate zusammen und schloss: "Diese Ergebnisse unterstützen die langfristige Nachhaltigkeit der Integration eines strukturierten Blutdruckmanagements in die routinemäßige Primärversorgung zur Demenzprävention auf Bevölkerungsebene."

Schätzungen zufolge wird die Zahl der Menschen mit Demenz weltweit von 57 Millionen Fällen im Jahr 2019 auf 153 Millionen Fälle im Jahr 2050 ansteigen. Mangels einer kurativen Behandlung wird die Prävention zunehmend zu einer Priorität im Bereich der öffentlichen Gesundheit.