Deutschland

Hacker-Attacke auf AfD: Hunderdtausende Nachrichte betroffen

© IMAGO/Bernd Elmenthaler
Hunderttausende interne E-Mails der AfD sollen nach einem Hackerangriff online gelandet sein.
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Im September kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister der Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren – widerrechtlich kopiert wurden, heißt es in einer Stellungnahme der Partei gegenüber der deutschen Bild, die zuerst über den Hackerangriff berichtet hatte.

Die aktuellen Postfächer seien aber nicht betroffen, und man habe den Angriff rasch erkennen und abdrehen können, hieß es von einem Sprecher. Eine interne AfD-Prüfung sei eingeleitet worden. Eine unabhängige Bestätigung über die Echtheit der Mails steht noch aus. Zu sehen sind bislang neben E-Mail-Korrespondenzen auch Ausweise, Rechnungen, Kontoauszüge, Zeugnisse sowie Mitgliedsanträge und Mitgliederlisten von AfD-Kreisverbänden, etwa in Nordrhein-Westfalen. Handeln soll es sich laut den Verantwortlichen um rund zehn Postfächer, darunter jenem von Ex-AfD-Parteichef Alexander Gauland oder dem ehemaligen Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle. Auch Mails der aktuellen AfD-Chefin Alice Weidel finden sich im Konvolut.

Brisante Inhalte im Netz

Die Inhalte könnten äußerst pikant sein: Die Zeit erwähnt nach einer ersten Sichtung etwa die parteiinterne Anhörung einer AfD-Landtagsabgeordneten, die auf Telegram antisemitische Kommentare gepostet hatte. Im Mailverkehr soll der Umgang mit ihr besprochen worden sein.

Auch wurden parteiinterne Dossier geteilt, in denen etwa Nazi-Verherrlichung und Nazi-Kontakte, sowie antisemitische Beleidigungen und Erpressungen von Parteimitgliedern seitens eines AfD-Bundestagsabgeordneten thematisiert werden.

Weitere Vorwürfe dokumentiert

Weiters soll es um die Suspendierung eines AfD-Mitglieds aus einem Regionalverband gehen, nachdem dieser Bilder von Lynchmorden des Ku-Klux-Klans an Schwarzen gepostet haben soll. Die Zeit berichtet auch von einer E-Mail, in der ein Landesvorstand ein Vorgehen gegen ein AfD-Kreisvorstandsmitglied gefordert habe, nachdem dieser an einem Partei-Infostand Hakenkreuzfahnen verkauft und Drogen verteilt haben soll.

Die unbekannten Angreifer haben KI-Zusammenfassungen der wichtigsten Inhalte der 421.179 erbeuteten Mails mit einem Gesamtvolumen von 281 Gigabyte ins Netz gestellt.