28-Jähriger geständig

Haftstrafe nach versuchter Bankomat-Sprengung in NÖ

© APA/SOPHIA KILLINGER
Nach einer versuchten Bankomat-Sprengung in Aschbach-Markt (Bezirk Amstetten) ist ein 28-Jähriger am Donnerstag nicht rechtskräftig am Landesgericht St. Pölten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.
Zur Vollversion des Artikels

Nach einer versuchten Bankomat-Sprengung in Aschbach-Markt (Bezirk Amstetten) ist ein 28-Jähriger am Donnerstag nicht rechtskräftig am Landesgericht St. Pölten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der Niederländer war nach dem missglückten Coup Ende November 2025 laut Staatsanwaltschaft gemeinsam mit einem Komplizen auf einem Motorroller geflüchtet. Aufgrund von DNA-Spuren wurde er festgenommen und Ende Juni nach Österreich ausgeliefert. Der 28-Jährige war geständig.

Das Gebäude nach der Bankomat-Sprengung. © LPD NÖ

Der Geldausgabeautomat in einer Bankfiliale war in der Nacht auf den 28. November des Vorjahres laut Staatsanwalt mit einem Brecheisen geöffnet worden. Eine Sprengung war missglückt, der Tresor des Bankomaten hatte standgehalten. Der Niederländer hatte daher ohne Beute das Weite gesucht und dürfte auf der Flucht mit dem Motorroller einen Unfall gehabt haben. Das Gebäude, in dem sich die Bank befindet, wurde massiv beschädigt.

Arbeitsteilige Vorgehensweise bei Bankomat-Sprengungen

Sein Mandant sei "weder federführend noch in maßgeblicher Rolle beteiligt" gewesen, betonte der Verteidiger in der Schöffenverhandlung. Ursprünglich hätte der 28-Jährige seinen Angaben zufolge den Motorroller nach Österreich überstellen sollen. Nachdem einer von zwei Komplizen abgesprungen sei, sei er bedroht und "gezwungen" worden, mitzumachen, erzählte der Angeklagte laut Dolmetscherin. Von den versprochenen 2.000 Euro habe er 500 erhalten. Die Tat wurde auf Überwachungsvideos aufgezeichnet, auf den Aufnahmen sind zwei Männer zu sehen.

Jeweils einige Kilometer vom Tatort wurden eine Tasche mit einem Brecheisen und der Motorroller gefunden. Eine Passantin entdeckte an der Donau - 14 Kilometer von der Bank entfernt - die Tatkleidung von beiden Verdächtigen, schilderte ein Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich. Bankomat-Sprengungen in Österreich wurden den Angaben des Zeugen zufolge in den vergangenen Jahren hauptsächlich von den Niederlanden aus organisiert, dabei wird "arbeitsteilig" vorgegangen.

Komplize wurde bisher nicht ausgeforscht

"Es tut mir sehr leid. Es hätte nie so weit kommen dürfen", sagte der zweifache Vater. Sein Komplize konnte bisher nicht ausgeforscht werden. Angaben zu seinen Mittätern könne er wegen seiner Sicherheit nicht machen, erklärte der Angeklagte. Seiner Familie sei gedroht und bei ihm zuhause sei als Warnung aufs Fenster geschossen worden.

Der 28-Jährige wurde wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls durch Einbruch im Rahmen einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen. Mildernd wirkten sich bei einem Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren das Geständnis aus und, dass es beim Versuch geblieben ist. Erschwerend waren u.a. zwölf Vorstrafen im Heimatland des 28-Jährigen. Angesichts des kriminellen Vorlebens des Angeklagten "kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen", dass er spontan eingesprungen sei, meinte der Richter. Der Versicherung wurden als Privatbeteiligte mehr als 102.000 Euro zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft Strafberufung anmeldete.

kil/ce/kra