Das Urteil der Rennkommissare des Weltverbandes fiel erst um 23.38 Uhr Ortszeit. Damit steht fest, dass der 28-jährige Red-Bull-Pilot Max Verstappen den Formel-1-Sprint in Singapur von der Pole Position aus in Angriff nehmen darf. Zuvor stand eine Strafe gegen den Vierfach-Weltmeister im Raum.
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Überholmanöver während der Gelben Flagge
Auslöser der Untersuchung war eine Szene im ersten Qualifying-Abschnitt Q1. Sergio Perez (36) war im Cadillac in die Mauer gefahren, woraufhin zunächst die Gelbe und anschließend die Rote Flagge gezeigt wurden. In dieser Phase mit Gelber Flagge fuhr Verstappen an Lewis Hamilton (41) vorbei, nachdem der Engländer seine Geschwindigkeit deutlich verringert hatte. Hamilton meldete diesen Vorfall direkt an seinen Kommandostand.
Die Kommissare kündigten noch während des Qualifyings eine Überprüfung nach der Session an. Für 21.38 Uhr Ortszeit (15.38 Uhr unserer Zeit) wurden die beiden Piloten vorgeladen, die Anhörung begann schließlich um 22.15 Uhr. Aus Branchenkreisen und von Konkurrenzteams wie Ferrari wurde zu diesem Zeitpunkt noch mit einer Sanktion gegen den Holländer gerechnet.
Die Begründung der Rennkommissare
Schließlich folgte die Entscheidung ohne Strafe. In der offiziellen Urteilsbegründung heißt es, dass eine einzelne Gelbe Flagge gezeigt wurde, als Wagen 3 (Verstappen) aus Kurve 7 herausfuhr. Der davor fahrende Wagen 44 (Hamilton) verlangsamte nach dem Kurvenausgang und steuerte nach rechts, um nicht auf der Ideallinie zu sein. Vor Kurve 8 zog Verstappen noch im gelben Sektor vorbei und brach danach seine schnelle Runde ab.
Verstappen gab an, dass ein Vermeiden des Überholmanövers ein starkes Bremsen erfordert hätte, was aus seiner Sicht potenziell unsicher gewesen wäre. Die Stewards hielten fest, dass zwar ein Verstoß gegen das Gelb-Reglement vorlag, dieser aber eine unglückliche Folge des großen Geschwindigkeitsunterschieds beim Aufschließen war. Aus diesem Grund sahen sie von einer Bestrafung ab.