2027

Heißester Sommer aller Zeiten wegen "Godzilla-El-Niño"

Ein außergewöhnlich starker El Niño entwickelt sich derzeit im tropischen Pazifik. Das Klimaphänomen könnte das Jahr 2027 weltweit zum heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen machen.
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Schon seit dem Frühling beobachten Klimaforscher eine ungewöhnlich starke Erwärmung des tropischen Pazifiks, weshalb mittlerweile von einem "Godzilla-El-Niño" die Rede ist. El Niño entsteht, wenn sich das Wasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik stark erwärmt und sich die Passatwinde verändern. Bereits im Juli lag die entscheidende Temperaturabweichung im Pazifik über zwei Grad, während Modelle für die kommenden Monate mit drei Grad und mehr über dem langjährigen Mittel rechnen. Unter der Meeresoberfläche wurden stellenweise Abweichungen von bis zu acht Grad festgestellt. Da die globale Durchschnittstemperatur verzögert reagiert, könnte das kommende Jahr 2024 übertreffen.

Historischer Rekordsommer in Österreich

Für Österreich ist diese Entwicklung nach den Werten aus dem Jahr 2026 brisant. Der vergangene Sommer war der heißeste seit Beginn der heimischen Messgeschichte und lag 2,6 Grad über dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Am 5. August wurden in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich 41,2 Grad gemessen, was einen neuen Österreich-Rekord darstellt. Ende Juni übertrafen 18 Wetterstationen den bisherigen Juni-Rekord von 38,6 Grad. Ende Juli wurden in Wieselburg 40,3 Grad gemessen, bevor das Thermometer in Wien-Stammersdorf auf 41,0 Grad kletterte.

Zahlreiche Hitzetage und Tropennächte

An 157 Wetterstationen gab es neue Höchstwerte bei der Anzahl der Hitzetage. Unterhalb von 500 Metern Seehöhe wurden im Schnitt 42 Tage mit mindestens 30 Grad gezählt. In Bad Deutsch-Altenburg sowie in Ferlach und St. Andrä im Lavanttal gab es jeweils 55 Hitzetage. In Hornstein im Burgenland sank die Temperatur in der Nacht auf Samstag nicht unter 28,9 Grad, was die wärmste je gemessene Nacht in Österreich war.

Historische Dürre und Schneemangel

Zusätzlich zur Hitze fiel im Sommer österreichweit rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich, nachdem bereits der Frühling rund 50 Prozent zu trocken gewesen war. Von Jahresbeginn bis Ende August fiel so wenig Niederschlag wie noch nie in der 169-jährigen Messreihe. In Teilen des Wald- und Weinviertels fehlten zeitweise bis zu 70 Prozent der Regenmenge. Zudem brachte bereits der Winter 2025/26 in sämtlichen Höhenlagen weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt und gehörte im Gebirge zu den wärmsten der vergangenen 175 Jahre.

Mögliche Folgen für 2027

Ob der El Niño Österreich im kommenden Jahr direkt neue Hitzerekorde bringt, lässt sich nicht vorhersagen, da der Einfluss auf Europa weniger eindeutig ist als in Südamerika, Australien oder Südostasien. Das Phänomen kann jedoch großräumige Luftströmungen verändern sowie Polarwirbel und Jetstream beeinflussen, wodurch Druckgebiete länger über Europa verharren können.