35 % weniger

Hitze hat Apfelernte in OÖ schrumpfen lassen

© Patrick Seeger dpa/lsw
Frühjahrsfröste und extreme Trockenheit lassen die oberösterreichische Apfel- und Birnenernte heuer um rund 35 Prozent schrumpfen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber der 14.500-Tonnen-Ernte im Vorjahr.
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Die anhaltende Trockenheit hat in vielen Birnen- und Apfelanlagen in Oberösterreich heuer zu kleineren Früchten und teilweise geringeren Erträgen geführt. Für Obstliebhaber gibt es dennoch eine erfreuliche Nachricht: Die Qualität der heimischen Birnen und Äpfel ist ausgezeichnet.

Viele Äpfel mit Sonnenbrand

"Durch die vielen Sonnenstunden konnten sich Aroma, Süße und Geschmack des Tafelobstes besonders gut entwickeln. Die Früchte sind zwar oft etwas kleiner als in niederschlagsreicheren Jahren, überzeugen aber durch ihre hohe Genussqualität", sagt Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Die Schäden durch Trockenheit und Hitze fallen auf den 1.320 Hektar Anbauflächen abhängig von Kultur, Anlagenform und Lage je nach Betrieb sehr unterschiedlich aus. Während für Kirsche und Marille heuer eine gute Ernte eingebracht werden konnte, sind im Bereich des Kernobstes teilweise bis 50 Prozent und mehr Schäden zu erwarten. Speziell Sonnenbrand, zu kleine und damit nicht vermarktungsfähige Früchte, aber auch Baumausfälle insbesondere in jungen Anlagen sind hier die Hauptprobleme. Noch nicht abzuschätzen sei laut Waldenberger, wie sich die fehlende Vitalität der Pflanzen auf den Ertrag im nächsten Jahr auswirken wird. Neben den steigenden Anforderungen durch den Klimawandel belastet auch der internationale Wettbewerbsdruck die 320 oberösterreichischen Obstbaubetriebe.

Senkung der Lohnnebenkosten

„Wir fordern eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten für Saison- und Erntearbeitskräfte auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau. Für einen fairen Wettbewerb braucht es Importregelungen, welche die gleichen Standards für alle Marktteilnehmer sicherstellen, oder Ausgleichsmechanismen im Handelssystem, die Kostenvorteile aus niedrigeren Sozial- und Umweltstandards berücksichtigen. Nur so können regionale Produktion, Versorgungssicherheit und bäuerliche Familienbetriebe langfristig erhalten werden", ist Waldenberger überzeugt.