Machen viele falsch
Hitzewelle: So oft sollten Sie Ihre Pflanzen jetzt WIRKLICH gießen
Die Temperaturen steigen und im Garten zeigen die ersten Pflanzen bereits deutliche Stresssignale: schlaffe Blätter, hängende Triebe und trockene Erde. Viele Hobbygärtner reagieren jetzt reflexartig und greifen sofort zur Gießkanne. Doch Vorsicht: Gerade an heißen Tagen können gut gemeinte Bewässerungsaktionen mehr schaden als nutzen. Wie oft sollten Pflanzen bei Hitze tatsächlich gegossen werden und worauf kommt es dabei wirklich an? Wir klären die wichtigsten Fragen.
Der größte Gieß-Mythos: Bitte nicht täglich wässern
Viele denken, bei extremer Hitze müssten Gartenpflanzen ausnahmslos jeden Tag gegossen werden. Ein fataler Fehler! Wer jeden Tag nur ein bisschen gießt, erzieht seine Pflanzen regelrecht zur "Faulheit". Die Wurzeln bleiben dicht an der Oberfläche, da sie ohnehin ständig Nachschub erwarten. Bleibt das Wasser dann auch nur einen Tag aus, vertrocknet die Pflanze rasend schnell.
Gießen Sie lieber seltener, etwa ein- bis zweimal pro Woche, dafür aber intensiv und durchdringend. Idealerweise sollte das Wasser 15 bis 20 Zentimeter tief in die Erde sickern. So bringen Sie die Pflanzen dazu, tiefe Wurzeln zu bilden, was sie langfristig widerstandsfähig gegen Trockenheit macht.
Die Ausnahme: Balkon- und Kübelpflanzen
Was fürs Freiland gilt, sieht auf dem Balkon und der Terrasse schon wieder ganz anders aus. Topfpflanzen haben nur ein extrem begrenztes Erdvolumen zur Verfügung, das sich in der prallen Sonne stark aufheizt und in Rekordzeit austrocknet. An extremen Hitzetagen müssen Kübelpflanzen an sonnigen Standorten oft sogar zweimal täglich gegossen werden, morgens und abends.
Der Profi-Tipp: Verlassen Sie sich nicht auf einen fixen Gießplan, sondern machen Sie den klassischen "Finger-Test". Stecken Sie den Finger einfach einige Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich dort noch feucht an, können Sie die Gießkanne stehen lassen. Manche Pflanzen lassen in der Mittagshitze nämlich auch nur als reinen Schutzmechanismus vor Verdunstung die Blätter hängen, das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie verdursten.
Auf das Timing kommt es an
Wer gießt, wenn die Sonne am höchsten steht, verschwendet Wasser, da ein Großteil sofort auf dem heißen Boden verdunstet. Zudem können Wassertropfen auf den Blättern im schlimmsten Fall wie kleine Brenngläser wirken und unschöne Verbrennungen hinterlassen.
Abends zu gießen, ist besser als mittags, aber nicht ideal. Bleiben die Blätter nachts durchgehend feucht, ist das eine regelrechte Einladung für Schnecken und Pilzkrankheiten. Die frühen Morgenstunden (spätestens bis 10 Uhr) sind am besten. Der Boden ist über Nacht abgekühlt, das Wasser kann optimal einsickern und die Pflanze startet gestärkt in den heißen Tag.
Die goldenen Gieß-Regeln bei Hitze
Immer gezielt an die Wurzeln
Gießen Sie niemals großflächig von oben über Blüten und Blätter, sondern immer bodennah direkt in den Wurzelbereich.
Kein Kälteschock
Verwenden Sie idealerweise abgestandenes Regenwasser aus der Tonne. Wasser frisch aus der Leitung ist oft eiskalt und verpasst den überhitzten Wurzeln einen Schock, der das Wachstum ausbremsen kann.
In Etappen gießen
Schütten Sie nicht die ganze Kanne auf einmal über den ausgedörrten Boden, da harte Erde das Wasser oft nicht direkt fassen kann. Geben Sie das Wasser am besten in Schüben über eine Stunde verteilt, damit es sanft und tief einsickern kann.
Hitzehack: Mulchen & Rasen schonen
Wussten Sie, dass nackte Erde viel schneller austrocknet? Eine Schicht aus Mulch oder Grasschnitt in den Beeten wirkt wie eine natürliche Klimaanlage, schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und speichert die wertvolle Feuchtigkeit.
Und für alle Rasenbesitzer gilt bei Rekordtemperaturen: Lassen Sie den Rasenmäher stehen! Kurzgeschorener Rasen vergilbt und verbrennt rasend schnell. Halten Sie die Grashalme lieber auf einer Höhe von mindestens 6 Zentimetern´, so beschatten sie den Boden und bewahren ihn vor dem Austrocknen.