Mit Schusswaffe
Home-Invasion: 15-Jähriger im Schlaf überfallen
Für eine Jugendbande hat es am Freitag am Wiener Landesgericht für eine brutale Home Invasion in Großebersdorf (Bezirk Mistelbach) empfindliche Freiheitsstrafen gesetzt.
Ein 15 Jahre alter Bub wurde am Morgen des 2. April 2026 im Haus seiner Eltern von drei Eindringlingen aus dem Schlaf gerissen, die sich über eine eingeschlagene Fensterscheibe Zutritt ins Innere verschafft hatten. Er wurde geschlagen und mit einer gegen den Kopf gerichteten Schusswaffe durchs Haus dirigiert.
Der überfallene 15-Jährige hielt die Schreckschusspistole für echt. Obwohl er weinte, zwangen ihn die Täter, mit ihm durch alle Räume zu gehen. Nach einer Viertelstunde hatten sie Schmuck und Bargeld im Wert von knapp 18.000 Euro beisammen und suchten damit das Weite. Zuvor schüchterten sie noch ihr Opfer ein, indem ihm einer androhte: "Wenn du redest, schneide ich dich auf!"
Sechs Jahre teilbedingt für Haupttäter Haft
Die drei Täter im Alter von 17, 18 und 19 Jahren wurden von einem Schöffensenat wegen schweren Raubes, Körperverletzung und schwerer Nötigung schuldig erkannt. Die älteren beiden bekamen jeweils sechs Jahre Haft, davon zwei Jahre unbedingt. Sie profitierten von einer Bestimmung im Jugendgerichtsgesetz, die auch für junge Erwachsene eine bedingte Strafnachsicht bei mehr als dreijährigen Freiheitsstrafen möglich macht. Der 17-Jährige erhielt 40 Monate Haft, davon ein Jahr unbedingt.
Ihr Opfer hatte neben einer Kopfprellung und einer Zerrung der Halswirbelsäule eine posttraumatische Belastungsreaktion erlitten. Der Jugendliche wurde vom Gericht in Abwesenheit der Angeklagten und unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeuge befragt.
Gegen die aus Syrien stammenden Burschen wurde in Wien verhandelt, weil sie allesamt in der Bundeshauptstadt gemeldet sind. Auf die Idee zur Home Invasion hatte sie der Cousin des 18-Jährigen gebracht, den die Staatsanwaltschaft Wien daher als Beitragstäter mitangeklagt hatte. Der 15-Jährige hatte dieselbe Schule wie der Überfallene besucht und den Gleichaltrigen erpresst. Nicht weniger als 63.000 Euro soll ihm der Bursch überlassen haben, was bei dem jungen Syrer den Eindruck erweckte, dass bei der Familie "viel zu holen" sei. Zumindest 200.000 Euro soll er seinem Cousin und dessen Freunden in Aussicht gestellt und für seinen Tipp einen Anteil in Höhe von 15.000 Euro aus der Beute verlangt haben.
40 Monate teilbedingt für 15 Jahre alten "Zundgeber"
Für seinen Tatbeitrag zur Home Invasion kassierte der 15-Jährige dreieinhalb Jahre Haft, davon ein Jahr unbedingt. Sämtliche Urteile sind nicht rechtskräftig, da der Staatsanwalt vorerst keine Erklärung abgab. Sämtliche Verteidiger waren mit den Urteilen einverstanden.
Die Bande hatte das Objekt, in dem sie mit Gewalt zu Geld kommen wollten, seit Ende März ausgekundschaftet. Sie wussten, dass die Eltern früh zur Arbeit gingen und der Sohn am Morgen allein im Haus war. Neben der Schreckschusspistole waren sie mit Messern bewaffnet. Sie hatten auch Pfeffersprays mit, um allenfalls gegen die Hunde gewappnet zu sein, die die Familie besitzt.