"Ida"
ID-Austria-Chatbot wirft Babler aus Regierung
Seit Montag ist der neue KI-Chatbot "ida" auf ID Austria und oesterreich.gv.at in Betrieb. Nutzerinnen und Nutzer können Fragen frei formulieren und erhalten rund um die Uhr Antworten. Möglich macht das Künstliche Intelligenz - die aber auch ihre Grenzen hat, wie die FPÖ nun vorführt.
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Denn: Eine KI wird mit Trainingsdaten aus der Vergangenheit gefüttert, hinkt also ohne Live-Schnittstelle der Gegenwart hinterher. Und so sind für KI-Anwendungen frühere Amtsträger oft noch im Amt.
"ida" bringt bei Amtsträgern aber generell einiges durcheinander, wie die FPÖ nun gnadenlos vorführt. Laut "ida" ist nämlich "aktuell (Stand Juni 2024)" Karl Nehammer Bundeskanzler. Andreas Babler ist nicht mehr Vizekanzler, also - zumindest laut KI - aus der Regierung geflogen. "Tatsächlich ist Karla Peiter seit Dezember 2023 die Bundesministerin für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport", heißt es von "ida".
Laut der neuen ID-Austria-KI ist Beate Meinl-Reisinger (NEOS) auch nicht Außenministerin. Das sei nämlich "Claudia Plakolm (seit 2024: Claudia Bauer)". Bauer ist eigentlich Europaministerin und heißt erst seit Anfang 2026 nicht mehr Plakolm. Außenministerin Meinl-Reisinger ist laut der KI jedenfalls Staatssekretärin im Europaministerium von Bauer. Naja.
Allerdings: Auf Nachfrage erkennt die KI, dass Bauer (vormals Plakolm) nicht Außenministerin ist. Stattdessen sei das nämlich Karoline Edtstadler - also Salzburgs Landeshauptfrau, die früher Europaministerin war.
Deregulierung im Außenamt? Laut KI unmöglich
Besonders pikant ist die KI-Antwort zum Aufgabenbereich von Josef Schellhorn (NEOS). Er ist bekanntlich für Deregulierung zuständig, sitzt aber im Außenministerium von Meinl-Reisinger, was schon bei seinem Amtsantritt für Kritik sorgte. Die Bedenken teilt wohl auch "ida": "Fragen zur Deregulierung werden in Österreich meist vom Bundesministerium für Wirtschaft" behandelt.
FPÖ-Chef Herbert Kickl war jedenfalls laut "ida" bis 2021 Außenminister. Richtig wäre allerdings mehr oder weniger das Gegenteil: nämlich Innenminister - und das auch nur bis 2019 statt 2021.
"Digitale Lachnummer"
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz spricht jedenfalls von einer "digitalen Lachnummer". Und: "Die künstliche Intelligenz nimmt leider Anleihen an der natürlichen Intelligenz der Schöpfer", so der Freiheitliche in Richtung ÖVP-SPÖ-NEOS-Regierung. Vor allem den zuständigen ÖVP-Digitalisierungsstaatssekretär, Alexander Pröll, kritisiert Schnedlitz scharf: „Hier hat die ÖVP ihre eigene, tiefgreifende Inkompetenz einfach in einen Programmcode gegossen. Es gilt das alte Sprichwort: Wie der Schöpfer, so sein Werk."
Der FPÖ-General will nun die Kosten für das Projekt prüfen: „Wir werden ganz genau herausfinden, wie viele Millionen die Bürger für dieses digitale Kabarettprogramm brennen mussten."