Studie zeigt

Immer längere Wartezeiten bei Fach- und Kassenärzten

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Wer in Österreich einen Kassenarzt braucht, muss oft viel Geduld mitbringen. Eine neue Studie für das Jahr 2026 zeigt, dass sich die Lage in den meisten Praxen weiter verschärft hat.
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Die zweite österreichweite Kassenarzt-Wartezeiten-Studie der Plattform krankenversichern.at liefert ein klares Bild zur medizinischen Versorgung im Land. Für die Erhebung wurden zwischen 21. Mai und 10. September 2026 insgesamt 1.601 Terminrückmeldungen aus Kassenordinationen analysiert. Urlaubsbedingte Schließungen wurden dabei nicht eingerechnet. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: In acht von 14 untersuchten Fachrichtungen warten Patientinnen und Patienten heute länger auf einen Termin als noch im Vorjahr. Nur bei drei Fachrichtungen gab es eine leichte Entspannung, während drei weitere unverändert blieben.

Innere Medizin als absoluter Spitzenreiter

Besonders viel Geduld ist in der Inneren Medizin gefragt. Hier liegt die Wartezeit aktuell bei einem Median von 65 Tagen – ein Anstieg um zwei Tage gegenüber 2025 und der höchste Wert, der in dieser Studie je gemessen wurde. Auch in der Kardiologie stiegen die Zahlen kräftig an: Hier wartet man nun 45 Tage, was einem Plus von zwölf Tagen entspricht. Die Neurologie verzeichnet ebenfalls einen starken Zuwachs auf nun 50 Tage. Längere Wartezeiten melden zudem die Pulmologie, Radiologie, Orthopädie, HNO sowie die Pädiatrie.

Unverändert auf hohem Niveau bleibt die Psychiatrie mit 61 Tagen, auch die Dermatologie (36 Tage) und der klassische Hausarzt (1 Tag) zeigen keine Veränderung zum Vorjahr. Kürzer wurden die Wartezeiten hingegen in der Gynäkologie (34 Tage), Urologie (39 Tage) und beim Augenarzt (46 Tage) – wobei auch hier durchgehend mehr als ein Monat Geduld gefragt ist.

Der Preis für den Kassenarzt

Sebastian Arthofer, Studienleiter und Co-Gründer von krankenversichern.at, hält fest: "Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen. Wer die nicht hat, bezahlt den Termin im Wahlarztbereich in Euro – selbst oder finanziert über eine private Krankenversicherung."

Große Unterschiede in den Bundesländern

Wie lange man letztlich auf Hilfe wartet, hängt in Österreich massiv vom Wohnort ab. Der landesweite Median für Facharzttermine liegt bei 34 Tagen. Am schnellsten kommen Betroffene in Wien mit durchschnittlich 22 Tagen zu einem Termin. Das Burgenland bildet mit 53 Tagen das absolute Schlusslicht, dicht gefolgt von Vorarlberg mit 46 Tagen.

Dahinter verbergen sich extreme Ausreißer in den Bundesländern: In der Steiermark beträgt die Wartezeit auf einen Termin in der Urologie teils 88 Tage, in Oberösterreich wartet man fast drei Monate (78 Tage) auf die Innere Medizin. Auch Wien, obwohl statistisch das schnellste Bundesland, verlangt Patienten in der Psychiatrie mit 64 Tagen Wartezeit einiges ab. Wer überhaupt einen Termin bekommt, hat dabei noch Glück: Laut der aktuellen Aufnahmestopp-Studie 2026 von krankenversichern.at nimmt derzeit rund ein Drittel aller Kassenordinationen gar keine neuen Patientinnen und Patienten mehr auf.