Zahlen steigen

Immer mehr Steirer sind für den Zivildienst

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Die Zahl der Zivildiensterklärungen stieg heuer um zwölf Prozent. Gleichzeitig sind ab 2027 umfassende Reformen geplant.
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Steiermark. Das Interesse am Zivildienst nimmt in der Steiermark deutlich zu. Von Jänner bis Ende September 2026 entschieden sich insgesamt 1.752 junge Männer dafür, Zivildienst statt Präsenzdienst beim Bundesheer zu leisten. Das entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Damit liegt die Steiermark deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt. Bundesweit stieg die Zahl der Zivildiensterklärungen um sechs Prozent. Einen stärkeren Zuwachs als die Steiermark verzeichneten lediglich Tirol und Vorarlberg. Diese Zahlen gab die zuständige Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) am Freitag bekannt.

Rettungswesen ist größter Einsatzbereich

Derzeit leisten in der Steiermark 1.445 Männer ihren Zivildienst. Damit können knapp 87 Prozent des bestehenden Bedarfs gedeckt werden. Der wichtigste Einsatzbereich ist das Rettungswesen. Rund ein Drittel aller Zivildiener wird dort eingesetzt. Dahinter folgen Einrichtungen der Sozial- und Behindertenhilfe, die Altenbetreuung sowie Krankenhäuser.

Darüber hinaus sind Zivildiener in weiteren gesellschaftlich wichtigen Bereichen tätig. Dazu zählen beispielsweise die Betreuung von Menschen mit Suchterkrankungen, Justizanstalten und der Umweltschutz. Trotz des steigenden Interesses können somit noch nicht alle verfügbaren Zivildienststellen besetzt werden.

Reform von Wehrdienst und Zivildienst geplant

Langfristig könnte sich die Personalsituation weiter verschärfen. Hintergrund ist die sinkende Zahl wehrpflichtiger Männer in Österreich.

Laut Ministerin Bauer besteht die Gefahr, dass ab dem Jahr 2040 jährlich rund 4.000 Zivildiener fehlen könnten. Deshalb sind ab 2027 Reformen beim Bundesheer und beim Zivildienst vorgesehen.

Geplant ist, den Grundwehrdienst von derzeit sechs auf neun Monate zu verlängern. Auch beim Zivildienst könnte sich die Dauer verändern. Dieser beträgt aktuell neun Monate und könnte künftig auf elf Monate ausgeweitet werden. Eine solche Verlängerung soll allerdings nur dann verpflichtend werden, wenn die Zahl der Grundwehrdiener unter einen bestimmten Wert sinkt.

Zusätzlich soll der Zivildienst stärker auf Ausbildung ausgerichtet werden. Junge Männer sollen während ihres Einsatzes Qualifikationen erwerben können, die ihnen später auch im Berufsleben zugutekommen. Während die Zahl der Zivildiensterklärungen in der Steiermark derzeit deutlich steigt, sollen die geplanten Reformen die personelle Versorgung wichtiger Einrichtungen langfristig absichern.