Wiener Sternwarte

In 26 Metern Höhe: Urania hat ein neues Teleskop

© APA/ROLAND SCHLAGER
Das nigelnagelneue Spiegelteleskop ist doppelt so groß wie das bisherige Instrument und verfügt über die Möglichkeit sowohl zur Fernsteuerung als auch zur Echtzeit-Übertragung.
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Die Urania Sternwarte in Wien hat ein neues, modernes Teleskop. Nach Ausbau des alten Doppelfernrohrs im Mai wurde am Montag ein neues Spiegelteleskop sowie das adaptierte alte Linsenteleskop in die 26 Meter über Straßenniveau befindliche Kuppel des Observatoriums gehoben. Erste Blicke durch das neue Fernrohr werden ab 6. November möglich sein. Es soll im Vergleich zu bisher mehr Details und bessere Beobachtungsmöglichkeiten für lichtschwächere Himmelsobjekte ermöglichen.

Das neue Teleskop bei der Hebung mittels Kran in die Kuppel der Urania Sternwarte. © APA/ROLAND SCHLAGER

Die 1910 eröffnete Urania Sternwarte ist die älteste Volkssternwarte Österreichs. Das 1980 in Betrieb genommene Doppelfernrohr, bestehend aus einem Spiegel- und einem Linsenteleskop, war "in die Jahre gekommen", hatte Michael Feuchtinger, Direktor der astronomischen Einrichtungen der Wiener Volkshochschulen, zu denen die Urania Sternwarte gehört, bei dessen Ausbau im Mai erklärt. Sowohl das Fernrohr als auch die Montierung und somit die Steuerung wiesen den Verantwortlichen zufolge nach über 40 Jahren Betrieb Defekte und Abnutzungen auf, die aufgrund fehlender Ersatzteile nicht mehr repariert werden konnten.

60 Zentimeter Spiegelteleskop

Insgesamt wurden am Montag mit einem Kran rund 900 Kilogramm Bestandteile in die Kuppel gehoben. Ein Rohr musste aufgrund des starken Windes über das Stiegenhaus nach oben getragen werden. "Das Teleskop ist bereits fertig installiert, jetzt müssen noch die Kabel eingezogen werden", sagte Feuchtinger gegenüber der APA.

Das neue Teleskop in der Kuppel der Urania Sternwarte. © APA/ROLAND SCHLAGER

Das neue, von der Mühlviertler Firma ASA Astrosysteme hergestellte Teleskop ist mit einem Spiegeldurchmesser von 60 Zentimetern doppelt so groß wie das alte Spiegelteleskop. Der Spiegel hat also die vierfache Fläche und damit wesentlich mehr Lichtsammelvermögen. Zudem wurde das alte Linsenfernrohr in den vergangenen Monaten adaptiert und in das neue Instrument integriert. Mit speziellen Filtern ermöglicht dieses Linsenteleskop auch die Beobachtung der Sonne - was mit dem Spiegelteleskop nicht geht.

"Durch den größeren Spiegel kann man nicht nur lichtschwächere Objekte besser beobachten, sondern auch lichtstärkere Objekte detailreicher beobachten, wie etwa die Ringe vom Saturn oder die Mondoberfläche", betonte Feuchtinger. Überzeugen kann man sich davon ab 6. November, ab dann gibt es wieder regelmäßige Führungen bei Schönwetter.

Fernsteuerung und Übertragung von Bildern

Das neue Doppelfernrohr kann auch ferngesteuert betrieben werden. Zudem lassen sich die Aufnahmen in Echtzeit übertragen. So können etwa Beobachtungen in der Urania Sternwarte aus dem Planetarium Wien im Prater gesteuert und die Bilder auf die Planetariumskuppel projiziert werden. Zudem gibt es nun die Möglichkeit, Himmelsbeobachtungen live zu streamen.

Auch die aus dem Jahr 1956 stammende Kuppel der Urania Sternwarte wurde runderneuert. Sie sei nun wieder wasserdicht, zudem seien die Motoren ebenso erneuert worden wie der Kettenantrieb für den Beobachtungsspalt, so Feuchtinger.