"Kletterkirche"

In dieser Kirche kannst du jetzt bouldern

© ORF Tirol
In der Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck wird ab sofort geklettert. Das österreichweit und europaweit einzigartige Projekt verbindet Sport mit sakraler Architektur und Spiritualität.
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Tirol. "Das Heilige ist nicht nur am Sonntagabend, sondern auch wenn hier geklettert wird", beschreibt Diözesanbischof Hermann Glettler seine "Kletterkirche" gegenüber "ORF Tirol".

Die feierliche Eröffnung der neuen Boulderkirche in der Höttinger-Au ist für den 7. November geplant. Unter der Woche kann jeweils von 8 bis 22 Uhr geklettert werden. Die zugehörige Gastronomie öffnet zwei Wochen später am 21. November.

Diözesanbischof Hermann Glettler erklärt, dass die ganze Woche über in der Kirche geklettert werden kann bis am Sonntagabend wo es "so ein Zeitfenster von zwei Stunden" gibt, "wo dann Gottesdienst gefeiert wird, mittendrin. Die meisten werden einfach am Boden Platz nehmen".

Einzigartiges Konzept in Innsbruck

Im Februar wurde die Kirche zum Teil entweiht und in den letzten Monaten umgestaltet. Die neue Boulderhalle bietet auf rund 600 Quadratmetern Boulderfläche Platz für 100 bis 150 Personen im Kirchenraum. Gestaltet wurde das Projekt nach den Plänen der Architektin Judith Widauer, die im April 2025 die Ausschreibung gewann. Betrieben werden die Halle und die angeschlossene Gastronomie mit 100 Plätzen von Guntram Mattle, dem Geschäftsführer des Unternehmens "Steinblock". Der sakrale Bau selbst stammt von Horst Parson und wurde von 1968 bis 1972 errichtet.

"Interessant find ich sowieso diese Kombi, also man sieht diese wunderschöne sakrale Architektur, auch in der Mitte mit dem Kreuz markiert. Und zugleich eben diese fantastische, ich glaub, hochmoderne Boulderanlage", sagt Diözesanbischof Hermann Glettler über seine "Kletterkirche". © ORF Tirol

Spiritualität trifft auf Freizeitsport

Der zuvor ausschließlich sakral genutzte Raum soll sowohl "spirituelle Tankstelle" als auch "Begegnungsort" für die Boulder-Community sein, so Glettler gegenüber der APA.

Er betont, dass am Sonntagabend ein zweistündiges Zeitfenster für religiöse Angebote reserviert ist. Einmal im Monat findet ein Gottesdienst statt, an anderen Sonntagen gibt es Angebote wie ein Taizé-Gebet (Anm. meditative, ökumenische Gottesdienstform, die auf eine christliche Mönchsgemeinschaft im burgundischen Taizé, Frankreich zurückgeht) oder Formate mit "Worship and Bible" (engl. für "Lobpreis und Bibel" verbindet gemeinschaftlichen christlichen Gesang (Worship) mit der intensiven Beschäftigung mit der Bibel (Gotteswort)).

Glettler bezeichnete das Projekt als "spirituelle Tankstelle" und Probierte die Boulderwände bereits selbst aus: "Ich selber bin kein Kletterer, kein Boulderer, aber ich werd's lernen." Für ihn schließen sich Sport und Religion keineswegs aus: "Das Heilige ist nicht nur am Sonntagabend, sondern auch wenn hier geklettert wird. Ja, das Leben der Menschen ist heilig."

Aufwertung für den Stadtteil

Auch Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck) zeigt sich erfreut über die Transformation der Kirche. Die neue Boulderhalle samt Gastronomie und Neugestaltung des Vorplatzes stelle eine echte Aufwertung für den Stadtteil dar. Gemeinsam mit der benachbarten Arthur-Haidl-Promenade und dem für 2033 geplanten neuen Hallenbad bildet die Boulderkirche künftig ein modernes Zentrum für den Stadtteil Höttinger-Au.