Feier mit Parade
Italien feiert 80. Jubiläum der Gründung der Republik
Bei einer Volksbefragung am 2. Juni 1946 hatte sich die Bevölkerung mit klarer Mehrheit für die Republik statt für die Monarchie entschieden. Gleichzeitig wurde eine verfassunggebende Versammlung gewählt, die die Grundlagen des neuen Staates ausarbeiten sollte. An der Volksbefragung hatten erstmals auch Frauen teilgenommen. Ihre Stimmen gelten als entscheidend für den Ausgang des Votums.
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Gut 54 Prozent der Stimmberechtigten der ersten freien Wahl nach der über 20-jährigen Diktatur des Faschisten Benito Mussolini entschieden sich gegen das Haus Savoyen, das zwischen 1861 und 1946 die Könige Italiens stellte. Umberto II. (1904-1983) und seinen männlichen Nachkommen war es verboten, nach Italien zurückzukehren. Erst 2002 wurde die Verfassung geändert und das Verbot aufgehoben.
Volksabstimmung legte Grundstein für Neubeginn
Staatspräsident Sergio Mattarella bezeichnete am Montag die Volksabstimmung vom 2. Juni 1946 als historischen Wendepunkt für das Land. Nach 20 Jahren Faschismus, den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und dem Befreiungskampf habe die Entscheidung der Italiener für die Republik den Grundstein für einen demokratischen Neuanfang gelegt, erklärte Mattarella in einer Botschaft.
Die Republik sei aus einer "gemeinsamen und aufrichtigen Ausübung der Demokratie" hervorgegangen, sagte Mattarella. Die Bürgerinnen und Bürger hätten sich in großer Zahl und mit bemerkenswerter Besonnenheit an den Urnen über die Staatsform entschieden. Besonders hob der Präsident die Rolle der Frauen hervor. Der 2. Juni habe den Aufbau eines neuen gesellschaftlichen Pakts ermöglicht, der auf den Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Solidarität beruhe und vom Wunsch nach Frieden getragen werde, betonte Mattarella.
Prunkvolle Militärparade geplant
Zugleich mahnte das Staatsoberhaupt, das Vertrauen zwischen Bürgern und Institutionen kontinuierlich zu stärken. Die Werte der Verfassung lebten durch das Handeln jener Menschen fort, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellten.
Zum "Tag der Republik" ist am Dienstag eine prunkvolle Militärparade auf den Kaiserlichen Foren in Rom geplant. Tausende Zuschauer werden auf dem Gelände unweit des Kolosseums erwartet. Im Beisein von Staatspräsidenten Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni werden rund 6.000 Soldaten unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen vom Kolosseum zur Piazza Venezia marschieren.